Weniger OK-Ermittlungsverfahren

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Auch wenn zuletzt weniger Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) geführt wurden, stieg die durch diese Art der Kriminalität verursachte monetäre Schadenssumme an. (Foto: knipseline, www.pixelio.de)

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland von den Polizeibehörden weniger Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) geführt als noch 2017. Auch die Zahl der erfassten Tatverdächtigen ging zurück. Zugleich wuchsen jedoch die Summen der finanziellen Schäden und der festgestellten kriminellen Erträge an.

Das geht aus dem aktuellen Bundeslagebild “Organisierte Kriminalität” des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor. Demnach gab es 2018 insgesamt 535 Ermittlungsverfahren gegen OK-Gruppierungen. Davon entfielen 201 auf den Bereich der Rauschgiftkriminalität, 93 auf Eigentumsdelikte und 55 auf den Bereich der Kriminalität im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben. Dazu gehören vor allem Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen. Dabei wurden 6.483 Tatverdächtige verzeichnet. In 78 Prozent der Verfahren war eine internationale Tatbegehung erkennbar. 2017 waren noch 8.317 Tatverdächtige gezählt worden. Angestiegen sind hingegen die festgestellten Schäden und kriminellen Erträge. Diese beliefen sich im vergangenen Jahr auf 691 beziehungsweise 675 Millionen Euro. 2017 waren es noch “nur” 209 beziehungsweise 145 Millionen Euro gewesen.

Erstmals auch Clan-Kriminalität berücksichtigt

Im aktuellen BKA-Lagebild findet erstmals auch die Kriminalität von Mitgliedern krimineller Großfamilien, sogenannte Clans, Berücksichtigung. In diesem Bereich wurden 2018 in Bund und Ländern 45 OK-Verfahren erfasst. Dies entspricht einem Anteil von 8,4 Prozent an allen derartigen Verfahren im vergangenen Jahr. Erfasst wurden dabei 654 Tatverdächtige. Davon waren 152 Libanesen, 54 Syrer, 52 Türken sowie 148 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Diese hatten zum Teil einen arabischstämmigen Migrationshintergrund. 24 Verfahren richteten sich dabei gegen Gruppierungen arabischstämmiger Herkunft, acht gegen Gruppen mit Herkunft aus den Westbalkan-Staaten, drei gegen Gruppierungen türkeistämmiger Herkunft, eines gegen eine Gruppe mit Herkunft aus den Maghreb-Staaten sowie neun gegen Gruppierungen anderer Herkunft. Knapp die Hälfte der OK-Verfahren im Zusammenhang mit Clan-Kriminalität wurde in Nordrhein-Westfalen geführt.

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