Ausbau des KODs in Köln

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Mehr Präsenz in der Fläche zeigen: Über Teilstrategien des Zielbildes 2020 referierten Christina Drees (links) und Ilka Schuhmacher (rechts) vom Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Köln. (Foto: BS/Thomas Petersdorff)

Das Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Köln plant eine Rundumerneuerung. Mit dem “Zielbild 2020”, so der Name des umfassenden Maßnahmenpaketes, sollen verlorengegangenes Vertrauen wiederhergestellt, die Personalstärke ausgebaut und organisatorische Prozesse optimiert werden. Über die Teilvorhaben der Strategie berichteten Projektleiterin Ilka Schuhmacher und Christina Drees auf dem vom Behörden Spiegel ausgerichteten Bundeskongress “Kommunale Ordnung”.

Seit der Silvesternacht des Jahres 2015/16, bei der binnen nur weniger Stunden rund 740 Delikte gemeldet wurden, sahen sich die Ordnungskräfte der Stadt Köln vielfach dem Vorwurf der Untätigkeit und Überforderung ausgesetzt. Die Erfahrungen, die man damals gemacht habe, hätten den Nachholbedarf nochmals deutlich vor Augen geführt, so heißt es aus dem Amt für öffentliche Ordnung. Mit dem Zielbild 2020 reagiere man auf den akuten Personalnotstand, welcher noch vor vier Jahren ein effektives Ein- und Durchgreifen verhindert hätte. In Zukunft müsse es deshalb vor allem darum gehen, die Präsenz zu stärken, im Stadtkern, aber auch in den peripher gelegenen Bezirken. Dafür brauche vor allem eins: versierte Fachkräfte und – unmittelbar damit verknüpft – einschlägige Qualifizierungsformate. Und genau an dieser Stelle setzt das Zielbild an.

Quantitative, aber auch qualitative Personalstärkung

So sollen die derzeit 94 vakanten Stellen noch bis zum Jahr 2020 sukzessive besetzt werden. Als Verfahrensmodus diene das sogenannte “3-Säulen-Modell”, das eine Personalstärkung an drei Enden vorsieht: einmal durch nachrückende Azubis, die eine dreijährige Ausbildung durchlaufen, zum anderen aber auch durch die Beschäftigung externer Mitarbeiter, die durch entsprechende Qualifizierungsformate in den Stand gesetzt werden sollen, den Dienst fachgerecht zu absolvieren. Gleiches gilt auch für die Nachqualifizierung bereits beschäftigter Quereinsteiger.

Zwar sei das Interesse inzwischen gewachsen, so die Projektleiterin des Zielbildes, nicht selten bestehe beim Bürger aber noch Unsicherheit, welche Kompetenzen der kommunale Ordnungsdienst besitzt. Nicht zuletzt darum habe man sich auch für eine breitangelegte Image-Kampagne entschieden, im Zuge derer das Tätigkeitsprofil der kommunalen Ordnungsdienste schärfere Konturen erhalten soll. Obwohl die Konkurrenz im Raum Köln durch die Präsenz anderer Behörden, etwa des Zolls, groß ausfalle, seien die Erfahrungen mit den bisherigen Maßnahmen hingegen durchaus positiv. 

In Zukunft besser gerüstet

Besorgniserregend sei demgegenüber jedoch das gewachsene Aggressionspotenzial, dem die Mitarbeiter in den letzten Jahren ausgesetzt waren. Damit das Personal seinen Dienst in Zukunft sicher und effektiv ausüben könne, plane man im Rahmen des Zielbildes, die Schutzausrüstung um Reizsprühgeräte und Teleskopabwehrstöcke zu erweitern. Ebenso wichtig sei die Beschaffung eines Funkgeräts mit GPS-Ortungs-Funktion, um die Koordination bei Großveranstaltungen zu erleichtern. Auch beim Thema Mobilität werde man nachbessern. Als Teil des Maßnahmenpaketes sei daher auch die Aufstockung des Fuhrparks um zehn E-Bikes vorgesehen.

Organisatorische Maßnahmen in Vorbereitung

Eine weitere Baustelle, die im Zuge des Projektes angegangen werden soll, ist die Raumorganisation. Derzeit ist der Ordnungsdienst noch im Ostflügel des Stadthauses Deutz auf der rechten Rheinseite beheimatet. Die Arbeitsbedingungen hier entsprächen jedoch keineswegs den Anforderungen, da das Gebäude weder über notwendige Duschanlagen noch Umkleidekabinen verfüge. Akuter Mangel bestehe überdies bei der Ausstattung mit Sozialräumen, in denen Einsätze besprochen und koordiniert werden können: angesichts des erwarteten Personalzuwachses eine dringend anzugehende Aufgabe. Als langfristiges Ziel empfehle sich darum auch nur der Umzug in ein neues Gebäude, das den eigenen Anforderungen besser entspräche.

In einem engeren Sinne der Organisation zufallend, ist auch die Koordination der Belegschaft. So stehen derzeit Überlegungen im Raum, die Dienstpläne zu digitalisieren, um Arbeitszeiten möglichst flexibel gestalten zu können. Aus diesem Grund habe man einen Runden Tisch einberufen, bei dem man gemeinsam mit den Personalräten entsprechende Weichenstellungen diskutieren werde. 

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