Modell für altersgerechten Personaleinsatz im KOD

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Personalprobleme: Gerade in behördlichen Bereichen, die eine außendienstliche Tätigkeit vorsehen, wird die Frage der altersgerechten Verwendung von Personal immer dringlicher. (Foto: BS/Thomas Petersdorff)

Der demographische Wandel gehört zu den personalpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte. Auch im kommunalen Ordnungsdienst stellt sich angesichts der immer älter werdenden Belegschaft die Frage, wie Personal, das den physischen Ansprüchen des Außendienstes nicht mehr gewachsen ist, effektiv untergebracht werden kann. Möglichkeiten sind vorhanden, wie Gerd vom Baur, Leiter des Stadtordnungsdienstes in Magdeburg, auf dem vom Behörden Spiegel ausgerichteten Kongress “Kommunale Ordnung” hervorhebt.

Obwohl das Problem inzwischen seit gut 10 Jahren bekannt sei, betrete man mit der Altersfrage noch immer strukturelles Neuland, umreißt vom Baur die Ausgangslage. Je polizeiähnlicher der kommunale Ordnungsdienst werde, desto dringlicher stelle sich hingegen die Frage, wie älteres Personal adäquat verwendet werden könne. Dies habe man im Übrigen auch bei der Gewerkschaft Verdi erkannt, die bereits im Jahr 2018 für eine Aufweichung der allzu rigiden Trennung von Innen- und Außendienst in den kommunalen Ordnungsämtern plädiert hatte.  

Älteres Personal in den “Bezirksdienst”

In Magdeburg, wo das Durchschnittalter bei 53 Jahren liegt, ist derzeit ein ganz ähnliches Modell in Erprobung. Für Mitarbeiter, die den physischen Ansprüchen des Außendienstes nicht länger gerecht werden können, wurde die Möglichkeit eingeräumt, ab 50 Jahren in den Innendienst zu wechseln. Im Vergleich zum mobilen Streifendienst, der neben Vollzugshilfen auch Nachtschichten einschließe, seien die körperlichen Anforderungen ebenso wie die zeitliche Inanspruchnahme hier auch für älteres Personal geeignet. Ab 60 Jahren stehe es den Mitarbeitern darüber hinaus frei, die Arbeitszeiten flexibel anzupassen, so dass ein Dienstschluss um 20 Uhr möglich werde.  

Modell vor strukturellen Hindernissen

Was in Magdeburg so weit ganz gut funktioniere, sei jedoch nicht auf alle Kommunen übertragbar, fügt vom Baur an. Schließlich hänge die Transferoption stark von den personellen Kapazitäten im Innendienst ab. Sei dieser voll besetzt, wäre ein Wechsel nicht möglich. Noch komplizierter würde die Lage vor allem bei externen Mitarbeitern, die keine allgemein anerkannte Verwaltungsausbildung vorzuweisen hätten. Für sie wäre ein Übergang in den Innendienst schlichtweg nicht machbar. Um Situationen wie diesen vorzubeugen, wäre es dringend nötig, Quereinsteiger nach Stellenantritt zügig nachzuschulen; andernfalls könne sich die Überalterung des Außenpersonals auch zur Gefahr für jüngere Kollegen auswachsen.  

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