Hamburg ist Gradmesser für Digitalisierung deutscher Städte

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Unter den 81 bewerteten Großstädten konnte sich Hamburg mit deutlichem Vorsprung als smarteste Stadt der Republik durchsetzen. (Foto: Karsten Bergmann, pixabay.com)

Deutschlands urbane Zentren werden – wenn auch behäbig – immer digitaler. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hat nun ermittelt, wo die smartesten Städte der Republik liegen. Unangefochtener Spitzenreiter des Rankings ist die Hansestadt Hamburg, die in allen fünf Themenbereichen, einen deutlichen Vorsprung verzeichnet.  

Mit 79,5 von 100 zu erreichenden Punkten ist die Freie und Hansestadt Hamburg die intelligenteste Stadt der Republik, so das Ergebnis der Smart-City-Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Damit ist Hamburg sprichwörtlich allein auf weiter Flur: Zwischen dem ersten und zweiten Platz, den die Stadt Karlsruhe mit 69,0 Punkten belegt, liegt ein Abstand von mehr als zehn Punkten. Danach rückt das Feld deutlich enger zusammen. Auf Platz drei rangiert Stuttgart mit 68,6 Punkten, dicht gefolgt von der Bundeshauptstadt Berlin, die insgesamt 68,1 Punkte einfahren konnte. Das Ende der Top fünf markiert die bayerische Landeshauptstadt München, die mit 67,7 Punkten den Sprung unter die Spitzenplätze knapp verpasst hat. Schlusslicht ist das niedersächsische Salzgitter mit 20,5 Punkten.

Rund 7.800 Datenpunkte verteilt

Ausschlaggebend für die Bewertung war das Abschneiden in den fünf Themenblöcken Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität und Gesellschaft. Alles in allem wurden derart rund 7.800 Datenpunkte erfasst. Aufgenommen wurden lediglich solche Städte, die mindestens 100.000 Einwohner verzeichnen, macht insgesamt: 81 Städte. Die Hansestadt, die in sämtlichen Feldern überzeugen konnte, punktete insbesondere durch ihr Transparenzportal, auf dem mehr als 100.000 Datensätze zum freien Abruf bereitliegen. Eine kleine Sensation: Im Bereich der digitalen Verwaltung konnte sich neben Mannheim auch die Bundeshauptstadt Berlin hervortun, die zur Entlastung ihrer Ämter derzeit einen Chatbot mit dem Namen “Bobbi” erprobt. Positiv überraschen konnte der Osten Deutschlands, dessen Abstand zum Westen weit weniger drastisch ausfällt als zuvor angenommen. Mit Potsdam, Dresden und Leipzig schaffen es sogar drei ostdeutsche Städte unter die Top 15 des Rankings. Enttäuscht hingegen haben die Städte Nordrhein-Westfalens, die zwar mit Bonn, Dortmund und Köln unter den ersten zehn vertreten sind, sonst jedoch eher im hinteren Mittelfeld des Indexes landen.

Mit deutscher Brille

Einschneidend muss jedoch hinzugefügt werden, dass im Index lediglich das Angebot abgebildet wird, nicht aber die tatsächliche Nutzung der Digital-Services. Das sei jedoch auch gar nicht der Anspruch gewesen, sagt Bitkom Präsident Achim Berg. Man hätte lediglich eine Momentaufnahme bieten wollen, die zeigt, wie weit deutsche Großstädte mit der Einbindung digitaler Leistungen ins städtische Portfolio seien. Der innerdeutsche Vergleich bedinge zugleich eine starke Relativierung der Werte: Verglichen mit den anderen Ländern Europas, wo die Digitalisierung der urbanen Zentren bereits weiter sei, würde die Zahlen vermutlich deutlich geringer ausfallen, so Achim Berg. Bedenklich sei überdies die Tatsache, dass in der Regel vermögende Städte das Ranking anführten. Zwar gäbe es hier und dort Ausnahmen, man nehme nur den Fall der Bundeshauptstadt Berlin, in der großen Mehrheit sei die Digitalisierung urbaner Strukturen nach wie vor ein Privileg finanzstarker Regionen.

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