Umgang mit ehemaligem Kolonialgut

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Zur Umsetzung der "Ersten Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten" haben Bund, Länder und Kommunen die Einrichtung einer Kontaktstelle beschlossen. (Foto: photosforyou, pixabay.com)

Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände haben im 11. Kulturpolitischen Spitzengespräch die Einrichtung einer “Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten” beschlossen. Damit soll ein zentraler Inhalt der bereits im letzten Spitzengespräch beschlossenen “Ersten Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten” umgesetzt werden.

Die Kontaktstelle soll im ersten Quartal 2020 ihre Arbeit aufnehmen und organisatorisch bei der Kulturstiftung der Länder angesiedelt sein. Finanziert wird sie je zur Hälfte von den Ländern und vom Bund. Als erste Anlaufstelle – insbesondere für Personen und Institutionen aus den Herkunftsstaaten und -gesellschaften – soll sie den Zugang zu Informationen über Kolonialgut in Deutschland eröffnen. Dies war auch aus der Wissenschaft vielfach gefordert. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betont im Rahmen des Spitzengesprächs: “Transparenz herzustellen, ist in den Ersten Eckpunkten als wichtiges Handlungsfeld definiert und wird eine zentrale Aufgabe der heute gegründeten Kontaktstelle sein. Unsere Arbeitsgemeinschaft aus Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden nimmt sich dieses Themas jetzt unmittelbar an. Sie wird den Dialog mit Expertinnen und Experten sowie Betroffenen im Interesse eines offenen, respektvollen und partnerschaftlichen Miteinanders suchen und möglichst kurzfristig umsetzbare Lösungen vorschlagen.”

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und Vorsitzender der Kulturministerkonferenz (Kultur-MK): “Unsere Ziele sind transparente Informationen über die Objekte und die Kooperation mit den Herkunftsstaaten und den -gesellschaften. Die Einrichtung der Kontaktstelle zeigt praktisch, dass der gesamtstaatliche Konsens der “Ersten Eckpunkte” wirkt. Als erste Anlaufstelle für Rückgabeersuchen wird sie dazu beitragen, Restitutionen zu erleichtern. Sie ist ein wichtiger Baustein für die Verständigung und Versöhnung mit den vom Kolonialismus betroffenen Gesellschaften.” Katja Wolf, Oberbürgermeisterin von Eisenach und stellvertretende Präsidentin des Deutschen Städtetags (DST), betont die Rolle der Städte, Kreise und Gemeinden, die sich als Träger der meisten öffentlichen Museen, Archive und Bibliotheken “der Verantwortung stellen, die deutsche Kolonialgeschichte aufzuarbeiten”. Hierfür sei die Kontaktstelle ein erster wichtiger Schritt.

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