Nicht ins Blaue hineindigitalisieren

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Für eine nutzerzentrierte Verwaltungsdigitalisierung: Andreas Meyer, Henning Lühr und Dr. Matthias Fonger (von links) präsentieren die zehn Online-Favoriten der Wirtschaft. (Foto: BS/Pressereferat Finanzsenator)

Obschon das Online-Portfolio des Öffentlichen Dienstes stetig anwächst, sind längst noch nicht alle Services der Verwaltung digital erfasst. Um zu ermitteln, welche Services der Wirtschaft am Herzen liegen, hatte Bremen Firmen und Handwerksbetriebe dazu aufgerufen, eigene Wunschkandidaten für den Dienst im Netz anzugeben. Herausgekommen ist eine Top zehn, die nun präsentiert wurde.

“Jetzt wissen wir, welche Online-Dienstleistungen aus Sicht der Wirtschaft prioritär umgesetzt werden sollen und wo Verbesserungsbedarf bei vorhandenen Online-Angeboten besteht”, begrüßt Bremens Finanzstaatsrat, Henning Lühr, die Ergebnisse der Umfrage. Zurückgegangen ist das Online-Voting auf eine gemeinsame Initiative des Finanz- und Wirtschaftsressorts, der Handels- und Handwerkskammer sowie der Unternehmensverbände im Land Bremen. Teilgenommen haben insgesamt 190 Unternehmen.   

Die Top zehn des Online-Votings setzt sich dabei wie folgt zusammen:

1. Handelsregister-Eintragung (25.014 Fälle)
2. Unbedenklichkeitsbescheinigung in Steuersachen
3. Gewerbeanmeldung (10.628 Fälle)
4. Krankenversicherungsanmeldung und -beitrag
5. Baugenehmigung (1.408 Fälle)
6. Ausbildungserlaubnis (1.107 Fälle)
7. Mehrwertsteuererstattung beantragen (ca. 210.000 Fälle)
8. Steuerliche An- und Abmeldung eines Unternehmens
9. Mutterschutz melden (ca. 3.000 Fälle)
10. Erlaubnis zur Sondernutzung von Straßen (1.743 Fälle)

Bis Ende des Jahres sollen die Vorschläge in konkrete Maßnahmen überführt werden. Um auch optionale Wünsche mitaufzugreifen, die in Zukunft relevant werden könnten, wurden bereits weitere Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft angesetzt. Dann soll auch geklärt werden, weshalb Verwaltungs-Services unter den Top zehn erscheinen, die bereits in digitaler Form vorliegen. Worauf die Umfrage allerdings schon jetzt aufmerksam gemacht hat, ist der Umstand, dass Kunden der Verwaltung nicht nur online-gestellte Formulare wünschen, sondern grundveränderte Prozesse. Ansätze hierfür gäbe es schon bei der Schaffung eines bundesweiten Unternehmenskontos, heißt es aus dem Finanzressort des Zwei-Städte-Staats.

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