PMeV warnt vor hohen Gebühren für 5G-Campusnetze

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Die Möglichkeit von lokalen 5G-Campusnetzen soll KMU im ländlichen Raum helfen. Die Gebührenpläne des BMF torpedieren diesen Plan. (Foto: markusspiske /www.pixabay.com)

Der Bundesverband Professioneller Mobilfunk e.V. (PMeV – Netzwerk sichere Kommunikation) sieht in dem Bestreben des Bundesfinanzministeriums (BMF), die Gebühren für die Nutzung der für 5G und andere mobile Funkstandards reservierten Frequenzen für lokale sogenannte Campusnetze in die Höhe zu treiben, eine Gefährdung der deutschen Wirtschaft.

Laut PMeV dränge das BMF aktuell darauf, die Nutzungsgebühren der 5G-Lizenzen auf das Fünffache des von der Bundesnetzagentur (BNetzA) vorgesehenen Betrags zu erhöhen, wenn diese für Campuslösungen genutzt werden sollen. „Der Aufbau von lokalen Netzen ist ein Meilenstein zur Beschleunigung der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft – insbesondere auch des Mittelstandes. 5G-Campusnetze ermöglichen innovative Entwicklungen in vielen Branchen. Die Intervention des Bundesfinanzministeriums zugunsten einer massiven Gebührenerhöhung stellt eine ernsthafte Gefahr für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft dar“, erklärt PMeV-Vorsitzender Bernhard Klinger zu diesem Vorhaben. Dies gelte insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die nicht über die Finanzkraft großer Konzerne verfügen.

Unterstützung für den ländlichen Raum

Die BNetzA hatte den Frequenzbereich von 3,7 GHz bis 3.8 GHz bei der Versteigerung der 5G-Lizenzen herausgenommen, da sie diesen technologie- und dienstneutral für lokale Anwendungen zuzuteilen plant. Zielsetzung der BNetzA ist es, der Industrie, kleinen und mittleren Unternehmen, Kommunen sowie Land- und Forstwirtschaft das Potenzial der kommenden Mobilfunkgeneration 5G so schnell wie möglich zugänglich zu machen. Diese Anwendergruppen könnten eigene Netze realisieren – unabhängig vom Aufbau der 5G-Netze der großen Netzbetreiber. Von einer solchen Praxis würden laut PMeV vor allem Unternehmen im ländlichen Raum profitieren. Laut Klinger sei die schnelle Verfügbarkeit von Frequenzen für lokale 5G Campus-Lösungen „ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. Dies gilt umso mehr, als Deutschland bei der Digitalisierung Aufholbedarf gegenüber anderen Industrienationen hat.“ Daher sei die Idee des BMF „ein ökonomisch kontraproduktives Signal“, so der PMeV-Vorsitzende.

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