Insektenschutz für Kommunen leicht gemacht

0
309
Eine Blühwiese mit heimischen Arten bietet nicht nur Schutz für Insekten, sondern auch Entlastung bei Pflege und Unterhalt. (Foto: Wheattree, pixabay.com)

Bundesweit verzichten bereits mehr als 500 Städte und Gemeinden ganz oder teilweise auf den Einsatz chemisch-synthetischer Gifte. Im Rahmen des Projekts “Pestizidfreie Kommune” hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Handlungsleitfaden zum Insektenschutz zusammengestellt. Die Anleitung soll es künftig noch leichter machen, kommunale Flächen insektenfreundlich und ohne den Einsatz von Pestiziden zu pflegen.

“Während die Kommunen aktiv nach Wegen suchen, um Insekten zu schützen, sich untereinander vernetzen und innovative Projekte umsetzen, verhält sich die Bundesregierung beim Insektenschutz zögerlich”, moniert Corinna Hölzel, BUND-Expertin für Pestizide und Leiterin des Projekts. Der im September verabschiedete Aktionsplan Insektenschutz sei bezüglich der dort aufgeführten Maßnahmen zu unkonkret und nicht ausreichend. “Spätestens seit der Diskussion um Glyphosat und die bienengefährlichen Neonikotinoide hat unser Projekt “Pestizidfreie Kommune” riesigen Zulauf. Bürgermeisterinnen, Stadträte und Bauhofleiter fragen, was sie tun können, um Insekten zu schützen und Pestizide zu vermeiden. Auf diese Fragen geben wir mit dem BUND-Leitfaden jetzt umfassende Antworten”, so Hölzel.

Beginnend bei der Planung und Kommunikation werden in dem Leitfaden “Insekten schützen leicht gemacht” notwendige Schritte und vielfältige Handlungsmöglichkeiten für Kommunen skizziert. Es finden sich Anregungen für artenschützende Maßnahmen auf Wegen, Spielplätzen, Friedhöfen, in Parks und entlang von Gewässern. Ebenso für landwirtschaftliche Flächen, die Kommunen verpachten und Wegraine an öffentlichen Wegen, die in kommunaler Hand sind. Auch Informationen zum Anlegen von Blühflächen, zur Förderung von Streuobstwiesen und zur insektenfreundlichen Straßenbeleuchtung sind enthalten. Der Ratgeber bietet Maßnahmen, mit denen einerseits die Lebensqualität der Bevölkerung erhöht und die Ausgaben für die Grünflächenpflege gezielt gesenkt werden können.

“Oftmals kann man das Gute mit dem Günstigen verbinden. Denn eine Umstellung in der Bepflanzung ist meist ökonomisch günstiger”, betont Hölzel. So müsse etwa eine insektenfreundliche Blühwiese mit heimischen Arten nur einmal im Jahr gemäht werden, während eine Rasenfläche kaum Insekten anlocke, aber ständige Pflege sowie in Hitzesommern sogar Bewässerung brauche.

Den Leitfaden findet man hier.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here