Gewerkschaften fordern mehr Arbeiternehmerschutz im Digitalzeitalter

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Die Digitalisierung dürfe kein Grund zur Angst vor Arbeitsplatzverlust und Rationalisierung sein, so der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach. (Foto: ferarcosn, pixabay.com)

Nicht selten schürt die digitale Transformation der Arbeitswelt Ängste um die Sicherheit der eigenen Tätigkeit. Auch im Öffentlichen Dienst, wo die allmähliche Einführung von E-Government-Services das alte Dienstleistungsportfolio auf den Kopf stelle, müsse reagiert werden. Das fordert der Bundesvorsitzende des dbb, Ulrich Silberbach, und sieht die Arbeitgeber in der Pflicht. 

Zwar besitze das derzeitige Kabinett zahlreiche Stellen und Posten, deren Kerngeschäft die Digitalisierung sei, hingegen sei keine einheitliche Bewegung zu verspüren, die auf eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie bei Bund und Ländern schließen ließe, moniert der Bundesvorsitzende der dbb Ulrich Silberbach. Die gleiche Richtungslosigkeit schüre auch ein Gefühl der Unsicherheit unter den Bediensteten des öffentlichen Sektors, so Silberbach weiter.

Digitalisierung ist nicht Rationalisierung

Nur zu häufig sei noch unklar, welche Konsequenzen die Digitalisierung für Beamtinnen und Beamte mit sich bringe. Das finge bei den sich verändernden technischen Anforderungen des Arbeitsalltags an, werfe aber auch Fragen des Stellenabbaus auf. Es sei an den Arbeitgebern, diese Sorgen ernst zu nehmen und durch ein bestimmtes Handeln zu entkräften. Unter keinen Umständen dürfe man die Digitalisierung unter den Vorzeichen der Angst behandeln, fordert Silberbach. Stattdessen solle man auf die Freiheitsgewinne abheben, die sich für das Personal aus der digitalen Transformation der Arbeitswelt ableiteten.  

Tarifvertragliche Anpassungen

Ähnlich progressiv müsse man auch bei den geltenden tarifvertraglichen Bestimmungen verfahren. Die Gewerkschaften hätten in dieser Frage bereits Gespräche mit dem Bundesinnenministerium aufgenommen. Zur Diskussion stünden Eckpunkte, mit denen man erreichen wolle, die Geschwindigkeit der Digitalisierung zu beschleunigen und gleichzeitig die Sicherheit der Beschäftigten zu stärken, so Silberbach. 

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