Die Suche nach der digitalen Souveränität des Staates

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Horst Robertz ist DirectorPublic Sector & Healthcare bei VMware. (Foto: VMware)

Nicht nur jeder Einzelne, auch der Staat selbst steht vor der Herausforderung, im Kontext der Digitalisierung seine Datenhoheit zu sichern. Dabei geht es um mehr als IT-Sicherheit – es geht um digitale Souveränität, die Schaffung des geeigneten Rahmens für Datenschutz und Selbstbestimmung über Daten.

Staatliche Institutionen leiden unter einem Vertrauensverlust – sowie unter wachsendem Misstrauen gegenüber anderen Staaten. Die Bedrohungslage gegenüber IT-Infrastrukturen hat sich in letzter Zeit durch neue Gefahrenquellen und Geräte sowie Cyber Crime grundlegend gewandelt. Mit dem IT-Sicherheitsgesetz hat Deutschland bereits wichtige Schritte hin zu einer sichereren Infrastruktur getan.

Das Misstrauen der Staaten manifestiert sich in einer IT-technischen Abgrenzung. Es werden Stimmen laut, die fordern, dass nur noch Technologien Vertrauen geschenkt werden soll, die im eigenen Land bzw. im europäischen Kontext entstanden sind. Doch eine solche Abwehr bestehender und international anerkannter Technologie ist keine sinnvolle Lösung. Denn zum einem sollten sich alle darüber bewusst sein, dass IT-Sicherheit eine globale Thematik ist, bei der das Know-how vieler Kräfte definitiv mehr erreichen kann als die Fähigkeiten einer einzelnen Nation. Und zum anderen kann man schon aus monetären und Kapazitätsgründen nicht die global vorhandenen IT-Technologien und Produkte, die Stand der Technik sind, einfach nachbauen. Ich sehe mit Skepsis, dass die Europäische Union sehr viel Geld und auch Zeit in IT-Projekte investiert, in denen ausschließlich europäischen Unternehmen autarke Produkte erzeugen sollen, die aber zumeist nicht an die Leistungsfähigkeit bestehender Lösungen heran­kommen – bei höheren Kosten und längeren Projektzeiten. Hoffnungsvoll stimmt in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass eine kleine Hintertür zu internationalen Partnerschaften offengeblieben ist.

Eine empfehlenswerte Reaktion auf die Bedrohungslage und den Vertrauensverlust der Staaten untereinander wäre es, Kooperationen mit Anbietern einzugehen, deren Produkte weit verbreitet sind. Diese stellen die Grundlage sicherer Infrastruktur, die dann durch spezielle nationale Lösungen ergänzt wird. Den Rat, den man den Behörden hier geben kann, ist, sich auf die innovativsten und besten Produkte am Markt zu verlassen und sie mithilfe eigener Schutzmaßnahmen, beispielsweise durch nationale individuelle Technologie an den Endpunkten oder über- wie untergeordnete technische additive Ebenen, zu optimieren. Dieser Kompromiss zwischen bestmöglicher Technik und bestmöglichem Schutz auf der einen Seite und der Wahrung nationaler Interessen auf der anderen Seite ist die Philosophie von VMware, die wir den Behörden und der öffentlichen Hand als gangbaren und sinnvollen Weg anbieten.

Fazit: Sinnvoller als nationale Experimente sind Partnerschaften. Verwaltung und Industrie sollten offen und transparent miteinander kommunizieren und eine nachhaltige Gesamtstrategie verfolgen, an der sich alle Beteiligten orientieren können.

Eine umfassendere Version des Beitrags finden Sie auf dem VMware Blog unter: blogs.vmware.com/EMEA/ .

Verfasser des Gastbeitrages ist Horst Robertz, DirectorPublic Sector & Healthcare bei VMware.

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