Mehr Wirtschaftlichkeit mit Videokonferenzen

0
394
Mit mehr Videokonferenzen soll der Staat Geld und CO2 einsparen, findet Thüringens Finanzministerin Heike Taubert. (Foto: rawpixel, pixabay.com)

Thüringens Finanzministerin Heike Taubert will Videokonferenzen statt langer Dienstreisen zu kurzen Bund-Länder-Sitzungen: Sie wirbt bei Bund und Ländern um Unterstützung. Doch die Umsetzung in der Praxis könnte am Land Berlin scheitern, dass als einziges keinen Videonetzanschluss hat.

Für kurze Bund-Länder-Besprechungen solle verstärkt auf Videokonferenzen gesetzt werden, statt weiter an langen Dienstreisen festzuhalten. „Für absehbar kurze, eintägige Sitzungen in Berlin ist der Aufwand für eine ganztägige Dienstreise weder wirtschaftlich noch klimafreundlich“, so Taubert.

Vor dem Hintergrund einer sparsamen Haushaltsführung schlägt die Thüringer Finanzministerin deshalb vor, schon bei der Festlegung der Tagesordnung die Durchführbarkeit einer Videokonferenz zu prüfen. „Im Zuge der aktuellen Klimadiskussionen müssen wir alles auf den Prüfstand stellen. Einige Kolleginnen oder Kollegen fliegen regelmäßig zu Arbeitsgruppensitzungen, die oft nur wenige Stunden dauern. Dabei entstehen große Mengen an klimaschädlichem CO2. Das müsste nicht sein“, sagte Taubert. Auch die anfallenden immensen Reisekosten seien unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht vertretbar.

In einem Brief an Bundesfinanzmister Olaf Scholz und die Finanzminister der Länder hatte die Thüringer Finanzministerin Anfang der Woche um Unterstützung für ihren Vorschlag gebeten.

Land Berlin ohne Videonetzanschluss

Eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion ergab, dass das Bundesfinanzministerium an den Standorten Berlin, Bonn und Brühl über insgesamt 26 Videokonferenzanlagen verfügt. Weitere sechs technische Einrichtungen zur Durchführung von Videokonferenzen befinden sich beim Bundeszentralamt für Steuern an seinen Dienstsitzen in Berlin, Bonn, Saarlouis und Schwedt.

Die Finanzverwaltungen von Bund und Ländern sind laut Bundesregierung seit 2013 an den Dienst “Netze des Bundes – Verbindungsnetz /NdB – VN)” angeschlossen haben. Dieses geschlossene abgesicherte Netzwerk ermögliche über eine vorhandene Infrastruktur die Zusammenschaltung von bis zu 30 Teilnehmern. Problematisch ist, dass die Finanzverwaltung im Land Berlin derzeit über keinen Anschluss an das Verbindungsnetz verfügt. Diese teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort weiter mit.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here