Nationales Register wünschenswert

0
332
Kommt es nur zu kleinen Unfällen (Foto), stehen die Rettungsdienste kaum vor Herausforderungen. Bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) sieht das anders aus. Über deren Häufigkeit und regionale Verteilung ist jedoch noch wenig bekannt. Foto: pfatter, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Bisher lassen sich Informationen zur Häufigkeit und regionalen Verteilung von Massenanfällen von Verletzten (MANV) nur sehr schwer zusammentragen. Bekannt ist insbesondere, dass viele derartige Einsätze entweder Brandereignisse oder CBRN-Lagen sind und es in solchen Lagen oft zu verzögerten Rettungsketten kommt. Um mehr Licht ins Dunkel zu bringen, wäre die Einrichtung eines nationalen MANV-Registers vorteilhaft.

Dafür plädiert Fritjof Brüne von der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Außerdem plädiert er dafür, die MANV-Planungen zu aktualisieren. Einige Bundesländer arbeiteten diesbezüglich noch mit mehr als 55 Jahre alten Erfahrungswerten, kritisierte Brüne.

Dr. Jens Bickelmayr vom Bundeswehrkrankenhaus Berlin spricht sich dafür aus, bei MANV-Lagen zwischen einem klassischen MANV einerseits und einer militärischen Lage oder einem Terroranschlag andererseits zu unterscheiden. Während es beim klassischen MANV eine klare Raumordnung, eine statistische Lage, klar geregelte Zuständigkeiten sowie vorbereitete Konzepte gebe, sei dies bei einem Attentat nicht der Fall. Bei ihnen handele es sich in aller Regel um mobile Lagen mit mehreren Einsatzorten und einer latenten Gefahrenlage. Außerdem sähe sich das Rettungsdienstpersonal dann durchaus mit Verletzungsbildern konfrontiert, die ansonsten nur aus Kriegsgebieten bekannt seien, gab der Mediziner zu bedenken.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here