Abschied von einem digitalen Pionier

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Im Kampf für ein freies Internet veranstaltete Schulz unter anderem Krypto-Parties für Bundestagsabgeordnete und ging zeitweise auch ungewöhnliche Kooperationen wie mit den Piraten ein. (Foto: BS/FDP-Bundestagsfraktion/Sonja Och)

Der Vorsitzende des Ausschusses Digitale Agenda des Deutschen Bundestages und langjährige Verfechter einer liberalen Digitalpolitik, Jimmy Schulz, ist tot. Das FDP-Mitglied erlag Anfang der Woche im Alter von 51 Jahren einem schweren Krebsleiden.

Seine Karriere in Beruf und Politik verbrachte Schulz mit dem Kampf für ein freies Internet, das für ihn selbst die “Lebensader unserer Gesellschaft” darstellte.  In diesem Sinne kämpfte er entschieden für die digitale Selbstbestimmung und allgemeine Bürgerrechte in der sich digitalisierenden Gesellschaft und gleichzeitig gegen diesen Freiheiten zuwider laufende Projekte wie das Netzwerkdurchsuchungsgesetz, die Online-Durchsuchung und die Vorratsdatenspeicherung.

Die FDP-Bundestagsfraktion reagierte mit großer Trauer über den Verlust ihres führenden Digitalmannes. Parteichef Christian Lindner nannte Schulz einen “Netzpolitiker der ersten Stunde”, der die Freiheit geliebt habe. Die FDP wolle sich nach dem Verlust “weiter für seine politischen Ziele einsetzen”, erklärte der Parteivorsitzende.

Berliner Politik würdigt Schulz

Auch die übrige Berliner Politik zeigte sich durch die Bank bestürzt von der Nachricht. So twitterte etwa Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Schulz sei ihr “nicht nur ein Kollege, sondern ein treuer Freund” gewesen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil würdigte ihn als einen derjenigen, “die Digitalisierung wie wenig andere geprägt haben”.

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