Multinationalität stärken

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Debattierten über Multinationalität und Interoperabilität (v.l.n.r.): Generalleutnant Martin Wijnen, Brigadegeneral Alberto Vezzoli, Brigadegeneral Attila Takács, Generalleutnant Jörg Vollmer, Generalleutnant Salvatore Farina, Dr. Jörg Hennemann, Generalleutnant Christopher Cavoli und Christoph Müller.

An einer stärkeren Multinationalität und gegenseitiger Integration von Streitkräften führt in der Zukunft jedoch kein Weg mehr vorbei. Dann könnte jeder Staat bestimmte Fähigkeiten einbringen, von denen anschließend alle beteiligten Nationen profitieren könnten.

Italien beteilige sich bereits heute umfänglich an multinationalen Verbänden, berichtet Generalleutnant Salvatore Farina. Der Heeresinspekteur der italienischen Armee fordert von den NATO-Alliierten: “Wir sollten die Multinationalität weiter ausbauen.” Ebenso sollten die Interoperabilität der Streitkräfte sowie multinationale Übungen intensiviert werden, ist er sich mit dem Briten Lapsley sowie Marc-Olivier Sabourin, Vizepräsident des Unternehmens CAE, einig.

Der Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, plädiert dafür, dass sich mehr Mitgliedsnationen des Nordatlantikbündnisses an multinationalen Streitkräften beteiligen sollten. Dafür seien allerdings entsprechende Vorbereitungen innerhalb der nationalen Armeen erforderlich. Außerdem brauche es ein einheitliches Sicherheits- und Strategieverständnis sowie eine gemeinsame Agenda für eine nachhaltige Verteidigungspolitik, meint Christoph Müller, Senior Vice President von Rheinmetall. Ähnlich äußert sich Generalleutnant Martin Wijnen, Oberbefehlshaber des niederländischen Heeres. Er unterstreicht zudem die Erforderlichkeit von Flexibilität im Bereich der Multinationalität und Interoperabilität. Beides sei zwar wichtig, dürfe aber keinesfalls die nationale Einsatzfähigkeit beeinträchtigen.

Technik ist große Baustelle

Interoperabilität habe verschiedene Dimensionen, erläutert Generalleutnant Christopher Cavoli. Dazu zählten unter anderem die menschliche, prozedurale und die technische Ebene. Insbesondere auf Letzterer seien Interoperabilität und Konvergenz besonders schwer zu erreichen, unterstreicht der COM USAREUR. Helfen könnte hier ein gemeinsamer Rahmen aller beteiligten Nationen, findet Dr. Jörg Hennemann, vom Unternehmen Schmidt & Bender. Ebenso bedeutsam sei ein weiterer Ausbau der militärischen Infrastruktur. Denn grundsätzlich gilt laut Hennemann: “Wir sitzen alle im gleichen Boot.” Derzeit seien die militärischen Fähigkeiten jedoch oftmals noch zu stark zersplittert, ergänzt Giampiero Massolo von Fincantieri SpA.

Von praktischen Erfahrungen mit der Interoperabilität und multinationalen Streitkräften berichtet Brigadegeneral Alberto Vezzoli. Der Kommandeur der “Julia”-Brigade erläuterte, dass seine Einheit bereits mehrfach unter Mandaten der NATO sowie der Vereinten Nationen im Einsatz gewesen sei. Im kommenden Jahr werde sie im Irak stationiert. Als besonders hilfreich betrachtet Vezzoli die hochflexible Struktur seiner Brigade, an der neben Italien Slowenien und Ungarn beteiligt sind. Sie erleichtere die Integration unterschiedlichster Truppenteile aus verschiedenen Nationen erheblich. Brigadegeneral Attila Takács, Inspekteur der ungarischen Landstreitkräfte, wiederum lobt das multinationale Divisionszentrum in seinem Land.

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