Frauen, Frieden und Sicherheit

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Dr. Veronika Bock, Direktorin des Zentrums für ethische Bildung in den Streitkräften (zebis), spricht sich auf der Berliner Sicherheitskonferenz für eine größere Präsenz von Frauen in der Sicherheitspolitik aus. (Foto: BS/Dombrowsky)

Die UN-Resolution 1325 besteht seit nunmehr 19 Jahren. In ihr wurden die Mitgliedstaaten der UN aufgerufen, die gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen in Friedensverhandlungen und Konfliktschlichtungen zu ermöglichen. Vor allem Konfliktparteien sollen zudem die Rechte von Frauen schützen. Obwohl das Anliegen in Form von Nationalen Aktionsplänen (NAPs) Gehör fand, sei noch einiges zu tun, lautet der Konsens während des High-Levels-Interviews zur Resolution im Rahmen der 18. Berliner Sicherheitskonferenz.


Der Kern der Resolution kann mit den “drei Ps” zusammengefasst werden: Partizipation von Frauen bei Friedensprozessen, Prävention von Kriegen und Protektion vor geschlechtsspezifischer Gewalt. Dabei komme aber, laut der Direktorin des Zentrums für ethische Bildung in den Streitkräften (zebis) Dr. Veronika Bock, der Punkt der Beteiligung oft zu kurz. Ihrer Ansicht nach sollten Frauen in der internationalen Sicherheitspolitik mehr mitreden können: “Ich würde Frauen dazu ermutigen und aufrufen, sich bei all den Herausforderungen, denen sich die Welt gegenübersieht, zu engagieren.” Auch innerhalb der Streitkräfte wünsche sie sich mehr Frauen, weil diese nochmals einen anderen Blickwinkel einbringen würden. Es gebe eine hohe Dunkelziffer an “Blauhelmsoldaten”, die in Konfliktgebieten selbst vergewaltigt hätten; hier könnten sich Frauen in der Truppe einbringen und für mehr Sicherheit sorgen.

Auch Elisabeth Braw, Leiterin des Modern Deterrence-Projekts des britischen Royal United Services Institute (RUSI), betont die oft schwierige Beziehung der Streitkräfte zu den einheimischen Frauen in Kriegsgebieten, etwa in Afghanistan. “Es liegt in der Sache der Natur, schon rein körperlich, dass Frauen keinen Zugang zu den special forces haben”, aber es sollte nicht nur männliche Streitkräfte geben. Frauen hätten einen anderen Zugang zu anderen Frauen; vor allem solchen, die unter männlich-dominierter Gewalt gelitten haben. Sie sollten deshalb “gleichgestellt zusammen mit den Männern dienen”, fordert Braw.

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