Studie zeigt: Digitalisierung der Verwaltung muss Fahrt aufnehmen

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Baustelle Backend: Den größten Nachholbedarf sieht die Studie bei der Digitalisierung interner Prozesse. (Foto: Peggychoucair/pixabay.com)

Wenngleich die Umsetzungsfrist des Onlinezugangsgesetzes bereits in zwei Jahren abläuft, lässt der aktuelle Digitalisierungsgrad der öffentlichen Verwaltung noch Luft nach oben. Trotz zahlreicher Initiativen beläuft sich das Digital-Portfolio vieler Landesverwaltungen derzeit noch auf schmale 20 Prozent der angebotenen Leistungen, wie nun eine neue Studie von CGI, AIOS, BearingPoint, Cassini, GBTEC und PwC zeigt. Handlungsbedarf bestehe insbesondere bei der Digitalisierung interner Prozesse.

Als Grundlage der Studie „Digitalisierung der Landesverwaltungen in Deutschland: Erfahrungen und Herausforderungen“ dienten Umfragen unter Vertretern aus elf Bundesländern. Befragt wurden ausschließlich Personen, die in leitender Funktion tätig und für die strategische Ausrichtung der Verwaltungsdigitalisierung zuständig sind. Dabei zeigen die von der Studie zutage geförderten Ergebnisse einen massiven Handlungsbedarf an. So gaben lediglich 14 Prozent der Befragten an, mit der Digitalisierung interner Prozesse begonnen zu haben.

Probleme mit Ressourcenknappheit und Gestaltungsspielräumen

Als derzeit größte Baustellen identifizierten die Befragten mangelnde Ressourcen, starre organisatorische Strukturen und eine zu heterogene IT-Landschaft. Ambivalenter bewerteten sie rechtliche Regelungen wie das Onlinezugangsgesetz, landesspezifische E-Government- und Fachgesetze. Zwar erleichterten die Vorgaben, kurzfristig Prioritäten zu setzen. Was darüber jedoch zu kurz komme, das seien die Gestaltungsmöglichkeiten. “Da hier die Umsetzungsspielräume für die Verwaltung sehr eng sind, wird die gesetzliche Notwendigkeit von vielen Befragten als oberstes Kriterium für die Priorisierung von Vorhaben genannt”, so lautet ein Fazit.  

Allem Druck zu Trotz: Servicefreundlichkeit muss oberstes Ziel bleiben

Schließlich raten die Studienmacher dazu, trotz des herrschenden Drucks die Servicefreundlichkeit der zu implementierenden Leistungen nicht aus den Augen zu verlieren. “Das zentrale Ziel muss dabei sein, Verwaltungsverfahren bürgerfreundlicher zu gestalten, sowohl im Hinblick auf eine Steigerung der Bürger- als auch der Mitarbeiterzufriedenheit. Bürger wie auch Mitarbeiter wollen das gleiche Erlebnis bei Verwaltungsvorgängen wie sie es auch bei anderen Tätigkeiten im Netz haben“, erklärt Director Consulting Services, Head of Public Sector Consulting Services Germany bei CGI, Dr. Thorsten Gorchs.

Anzufordern ist die Studie “Digitalisierung der Landesverwaltungen in Deutschland: Erfahrungen und Herausforderungen“ unter info.de@cgi.com.

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