Neuer Teilnehmerrekord bei der BSC

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Eröffnete die BSC 2019: der italienische Verteidigungsminister Lorenzo Guerini. (Foto: BS/Dombrowsky)

Mit 1.253 Anmeldungen für die Berliner Sicherheitskonferenz (BSC) ist ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt worden. 160 Sprecher aus Deutschland, Europa und Übersee kamen an den beiden Konferenztagen im Hauptprogramm sowie in den 15 Panels zu Wort. 30 Aussteller präsentierten ihre Produkte. Dieser 18. Kongress zur Europäischen Sicherheit und Verteidigung stand unter der Überschrift “Europa und seine äußeren Herausforderungen – ein 360°-Zugang in unsicheren Zeiten”. Partnerland war in diesem Jahr Italien.

Eröffnet wurde die BSC von Kongresspräsident Dr. Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments und Ex-Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. Danach sprachen Lorenzo Guerini, italienischer Verteidigungsminister, und Miroslav Lajčák, slowakischer Außenminister, dessen Heimatland in diesem Jahr die Präsidentschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) innehat. Auch die norwegische Außenministerin Ine Marie Sǿreide hielt am ersten Vormittag eine Keynote aus skandinavischer Perspektive. Aus Ungarn war die Ministerin für Justiz und Europäische Angelegenheiten angereist.

Hochrangig besetzt war die Delegation aus Rom: Es trugen der italienische Generalstabschef, General Enzo Vecciarelli, sowie die Stabschefs von Heer, Luftwaffe, Marine und Carabinieri vor. Auch die höchsten italienischen Offiziere in EU und NATO – General Claudio Graziano (Vorsitzender des EU-Militärkomitees) und General Paolo Ruggiero (Stellvertretender NATO-Oberbefehlshaber Transformation) – referierten. Dr. Nicoletta Pirozzi vom “Instituto Affari Internazionali” (IAI) nahm am “High-Level Interview” teil. Auch die italienische Industrie war im Programm prominent vertreten, so unter anderem die CEOs von Leonardo und Elettronica sowie der Vorstandsvorsitzende von Fincantieri. Die strategische Hauptblickrichtung Italiens geht eindeutig nach Süden, d.h. rund ums Mittelmeer. Damit einher ging natürlich auch das Thema “Migration”.

Wie ein roter Faden zog sich durch die meisten Vorträge die Forderung nach mehr Multinationalität, Interoperabilität und Interkonnektivität zwischen den Staaten Europas. Hervorgehoben wurde aber auch, dass die angemahnte sicherheits- und verteidigungspolitische Stärkung der Europäischen Union nicht als “Konkurrenzveranstaltung” zur Atlantischen Allianz verstanden werde. Britische und US-amerikanische Redner wurden nicht müde, zu betonen, dass ihre Länder auch weiterhin an engen militärpolitischen Beziehungen zu Kontinentaleuropa interessiert seien. Zahlreiche Referenten wiesen darauf hin, dass nicht nur Russland seine machtpolitischen “Tentakeln” nach Europa ausstrecken würde, sondern dass der Kontinent auch zunehmend in den strategischen Fokus der Volksrepublik China gerate.

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