Supercomputer “Lise” und “Emmy” nehmen Betrieb auf

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Staatssekretär Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas bei der Einweihung des Hochleistungsrechners am Zuse-Institut Berlin. (© BMBF/Hans-Joachim Rickel)

Berechnungen in Wissenschaft und Forschung sind heute meist so anspruchsvoll, dass ein normaler PC sie kaum mehr zu leisten vermag. Bei vielen Arbeiten setzt man darum vermehrt auf Supercomputer, die um einiges leistungsstärker sind. Am Zuse-Institut Berlin weihte der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN) nun einen neuen Supercomputer ein. Verteilt auf Berlin und Göttingen leisten dessen Komponenten „Lise“ und „Emmy“, benannt nach Lise Meitner und Emmy Noether, Berechnungen in kürzester Zeit.

Der jüngst in Betrieb genommene Supercomputer HLRN-IV zählt zu den leistungsstärksten Rechnern der Welt. Rund 30 Millionen Euro hat das System der Firma Atos gekostet, die Hälfte der Auslagen übernahm das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Dessen Staatsekretär, Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, bezeichnet die Anschaffung als ein wichtiges Investment, um den Forschungsstandort Deutschland für die Zukunft zu rüsten: “Exzellente Forschung braucht exzellente Rahmenbedingungen. Deutschland nimmt im Hochleistungsrechnen eine führende Rolle ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Disziplinen haben in Deutschland Zugang zu einigen der weltweit besten Rechnern. Das ist eine gemeinsame Leistung von Bund und Ländern und eine lohnende Investition in die Zukunft.”

Rechenpower für den Norden

Rund 16 Billarden Rechenoperationen pro Sekunde, das entspricht 16 PetaFlop/s, führt ein Supercomputer aus. Damit sind diese nicht nur 100.000-mal so leistungsfähig wie ein gewöhnlicher gut ausgerüsteter Laptop, sie eignen sich auch ideal für komplexe Berechnung in Umwelt- und Klimawissenschaften. Weitere Anwendungsbereiche stammen aus dem Ingenieursbereich, der Physik oder Chemie. Mehr als 150 wissenschaftliche Einrichtungen des HLRN-Verbunds – darunter Berlin, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Schleswig-Holstein und Brandenburg – haben ab sofort Zugriff auf den Hochleistungsrechner. Das erfreut auch Hamburgs Wissenschaftssenatorin, Katharina Fegebank, die der Einweihung in Berlin beiwohnte: “Zahlreiche Hamburger Forschungsprojekte werden von der höheren Leistungsfähigkeit profitieren, darunter die Exzellenzcluster der Universität zur Klimaforschung, in den Photonen- und Nanowissenschaften und in der Quantenphysik. An der TU Hamburg wird unter Einsatz des Supercomputers die Sicherheit und der schadstoffarme Betrieb von Flugzeugen und Handelsschiffen optimiert. Damit dient der HLRN-IV auch als starker Innovationsmotor.”

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