Neuer behördenübergreifender Ansatz

0
872
Herbert Reul (CDU), Innenminister Nordrhein-Westfalens, kündigte die Einrichtung einer "SiKo Ruhr". (Foto: BS/Dombrowsky)

Nordrhein-Westfalen geht neue Wege im Kampf gegen Clan-Kriminalität. Künftig soll diesem Phänomen in der Metropolregion Ruhr stärker behördenübergreifend begegnet werden. Hierzu wird eine “Sicherheitskooperation Ruhr zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität” (“SiKo Ruhr”) eingerichtet.

Sie hat ihren Sitz in Essen und soll Mitte kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Vertreten sein werden Mitarbeiter von Landes- und Bundespolizei, Finanzverwaltung, Zoll und Kommunen. Sie sollen Informationen über Clan-Strukturen sammeln sowie Maßnahmen gegen derartige Kriminalität bündeln und koordinieren.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte: “Die SiKo Ruhr wird deutschlandweit einmalig. Hier treffen Kompetenz auf Wissen, Kenner der lokalen Szene auf kriminalistische Strategien.” Sie werde ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung von Clan-Kriminalität werden, zeigte sich der Düsseldorfer Ressortchef überzeugt.

Schon gute Erfahrungen gesammelt

Der Essener Polizeipräsident Frank Richter erklärte: “Wir haben in Essen und Mühlheim an der Ruhr die besten Erfahrungen in der engen Zusammenarbeit aller staatlicher Institutionen gemacht und dabei festgestellt, wie stark ein Rechtsstaat sein kann, wenn alle Partner ihre Möglichkeiten im Sinne eines gemeinsamen Ziels einbringen.” Mit der Realisierung der Projektidee erwarte er “einen Quantensprung bei der Bekämpfung der Clan-Kriminalität im Ruhrgebiet”, so Richter.

Der Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, die für Nordrhein-Westfalen zuständig ist, Andreas Jung meinte: “Mit dem Schreibtisch für die Bundespolizei können die Möglichkeiten der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität in Nordrhein-Westfalen noch vernetzter und wirksamer eingebracht werden.”

Und Paul Bischof, Duisburger Beigeordneter für Sicherheit und Recht, unterstrich: “Diese behördenübergreifende Zusammenarbeit ist auch aus kommunaler Sicht ein richtiger und wichtiger Schritt, damit wir konkret vor Ort effizienter gegen kriminelle Clans vorgehen können.”

Als Blaupause dienen

Die Resultate und vernetzten Arbeitsweisen der “SiKo Ruhr” sollen als Blaupausen für andere Städte im gesamten Bundesgebiet dienen. Ihre Mitarbeiter sollen auch präventiv tätig werden. Gemeinsam mit Pädagogen, Sozialarbeitern und Wissenschaftlern ist die Entwicklung von Aussteigerprogrammen vorgesehen. Die Sicherheitskooperation soll aus einem festen Mitarbeiterstab von etwa zehn Personen. Anlassbezogen sollen weitere Institutionen Verbindungspersonen entsenden können.

Mit Blick auf die Anforderungen an die SiKo sagte Minister Reul: “Wir erwarten hier keine schnellen Erfolge. Das ist komplettes Neuland und Grundlagenforschung in einem sehr schwierigen Umfeld. Aber immerhin: Wir säen. Und wir hoffen, irgendwann auch zu ernten.”

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here