Künstliche Intelligenz im Audit

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Kai Sattler ist Senior Solution Consultant / Produktmanager Fördermittelmanagement bei dem Software-Entwicklungs und -Beratungsunternehmen PASS Consulting Group. (Foto: PASS Consulting Group)

Die Künstliche Intelligenz (KI) hat sich als eines der Top-Themen der letzten Jahre herauskristallisiert. Dabei liegen deren Vorteile nicht nur in der Beseitigung mechanischer und belastender Arbeitsaufgaben, sondern richtig trainiert, arbeitet KI auch vorurteilsfrei. Im Audit, einem Bereich, der nicht nur in der EU-Förderpolitik eine erhebliche Rolle spielt, werden vom Einsatz künstlich intelligenter Systeme tiefgreifende Veränderungen erwartet.

Machine Learning & Co. befinden sich für das Auditing Ende 2019 noch in der Phase des Erforschens und Testens. Die großen privaten Wirtschaftsprüfer erproben KI seit einigen Jahren; mit Erfolg. Kleinere Einheiten und Start-ups zogen nach. Die Diskussion über Standards und Normen im Auditing nimmt zu, Curricula an Hochschulen werden weiterentwickelt.

Welche Anwendungsgebiete der KI lassen sich identifizieren?

Zwei Anwendungsfälle für KI im Audit werden aktuell mit Erfolg vorangetrieben. Zum einen Systeme zur Sprachverarbeitung (NLP – Natural Language Processing). NLP kann Verträge, Protokolle oder Rechnungen, also in elektronischer Form gespeicherte Texte, lesen, einordnen, „verstehen“ und Ergebnisse präsentieren. Eine KI, die Verwendungsnachweise prüft, ist in greifbarer Nähe. Zum anderen profitieren Prüfungen in der flächenbezogenen Förderung der EU-Agrarfonds von KI-Systemen. Regelungsdichte und damit die Anforderungen an Audits in der Agrarförderung und die Prüfaufwände sind hoch – v.a. bei Vor-Ort-Kontrollen.

Welche Anforderungen bestehen und wie wird das Prüfgeschehen in ein paar Jahren aussehen?

Eine der wichtigsten Anforderungen an die KI im Audit folgt aus einer einfachen Feststellung: KI wird nicht programmiert, sondern lernt. Es werden viele, qualitativ hochwertige Daten benötigt. Diese müssen gesammelt und aufbereitet werden. So wird das Ziel einer verlässlichen Bewertung der Prüffälle durch KI-Methoden wahrscheinlicher. Auf der anderen Seite müssen die IT-Systeme die Manipulation dieser Daten verhindern und sollten sich flexibel an neue technologische Entwicklungen anpassen lassen. Das Fortschreiten der KI gilt es durch rechtliche Änderungen zu begleiten. Ethik und Haftung sind zentrale Begriffe.

Die Zukunft des Audits

Die Arbeit wird also nicht weniger sondern anders. Ein Audit ist oftmals die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Diese Suche wird sich mit Sicherheit grundlegend ändern. KI-basierte Prüfungen finden künftig laufend statt – 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche – und eine Betrachtung erfolgt nicht mehr ausschließlich in Stichproben. KI prüft jedes verfügbare Datum, identifiziert Muster und schließlich Cluster mit höherem Fehlerrisiko. Dort finden sich dann die Fälle, Äcker, Verwendungsnachweise oder Förderbereiche, in denen humane Intelligenz für die Überprüfung benötigt wird. Der Arbeitsaufwand wird zeitlich entzerrt und das Prüfgeschehen gerechter.

Mehr Informationen zum Unternehmen gibt es hier.

Der Autor dieses Gastbeitrages ist Kai Sattler, Senior Solution Consultant / Produktmanager Fördermittelmanagement bei dem Software-Entwicklungs und -Beratungsunternehmen PASS Consulting Group.

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