Übergangslösungen bei Fähigkeiten

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Der Schützenpanzer "Marder" (Foto: BS/Portugall)

Mit den Entscheidungen des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages von Mitte Dezember werden insgesamt rund 594 Millionen Euro in die Fähigkeiten der Bundeswehr investiert. Diese freigegebenen Mittel beruhen auf 25-Millionen-Euro-Vorlagen, die der gesonderten Zustimmung des Haushaltsausschusses bedürfen.

Damit soll unter anderem die Nutzungsdauer des Schützenpanzers “Marder” verlängert, weitere Lenkflugkörper vom Typ “Meteor” beschafft werden und die Fähigkeiten zur Bekämpfung der gegnerischen Luftverteidigung erhalten bleiben.

Für rund 109 Millionen Euro werden neue Antriebsstränge für die Schützenpanzer “Marder” beschafft. Von den minengeschützten Varianten A5 und A5A1 der “Marder”-Flotte werden 71 Fahrzeuge umgerüstet. Mit Komponenten aus nicht mehr genutzten “Mardern” soll die Ersatzteilversorgung der Schützenpanzer auf diese Weise bis mindestens 2030 gewährleistet werden. Dann sollen die “Marder” durch die neuen Schützenpanzer vom Typ “Puma” abgelöst sein.

Der “Marder wurde in den 1960er Jahren unter der Führung von Henschel – heute Rheinmetall – entwickelt und zwischen 1971 und 1975 bei der Panzergrenadiertruppe mit 2.136 Fahrzeugen in Dienst gestellt.

Beim Lenkflugkörpersystem Luft/Luft mittlerer Reichweite “Meteor” werden weitere 100 Stück beschafft. Für die Herstellung und Lieferung sind inklusive Zubehör rund 185 Millionen Euro vorgesehen. Die Bundeswehr erfüllt damit die an den Eurofighter gestellten NATO-Forderungen in den Einsatzrollen Luft/Luft und “Multi Role”. Entwickelt wurde das System von MBDA Deutschland als Hauptauftragnehmer sowie von der schwedischen Saab Bofors Dynamics und der spanischen IMMIZE als wichtigsten Partnern.

Damit die eigenen Flugzeuge sicher im Luftraum operieren können, müssen gegnerische Luftverteidigungsstellungen am Boden bekämpft werden können. Von den europäischen NATO-Mitgliedern nehmen diese Rolle Deutschland und Italien mit dem Kampfflugzeug “Tornado” wahr. Um den Einsatzregeln hinsichtlich der Zielverfolgung und der Präzision auch künftig gerecht zu werden, müssen die dafür vorgesehenen Lenkflugkörper umgerüstet werden. Für rund 127 Millionen Euro werden 85 Lenkflugkörper “Air-to-Ground Missile-88B High Speed Anti-Radiation Missile” (AGM-88B HARM) von Raytheon Missile Systems auf den Bauzustand “AGM-88E Advanced Anti-Radiation Guided Missile” (AARGM) umgerüstet. Weitere 68 Millionen Euro kostet die Integration und Zulassung in das Waffensystem “Tornado”.

Letztlich dienen all diese Maßnahmen dem Zweck, mehr oder weniger betagte Systeme länger nutzen zu können, weil der Zulauf von Nachfolgemustern sich verzögert.

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