Brückenbau des Glaubens

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Der Staatsvertrag für jüdische Militärseelsorge wurde von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, auf dem Gemeindetag des Zentralrats der Juden in Berlin unterzeichnet. (Foto: Bundeswehr, Torsten Kraatz)

100 Jahre mussten vergehen, bis dass jüdische Militärgeistliche den Soldaten der Bundeswehr erneut ihren religiösen sowie ethischen Beistand im In- und Ausland leisten werden. Ganz im Sinne eines interkonfessionellen Leitbildes werden 2020 bis zu zehn Militärrabbiner den Armee-Angehörigen jedweden Glaubens mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Berlin soll ein Militärrabbinat angesiedelt werden, welchem ein Militärbundesrabbiner vorsitzen wird. Ihm obliegt die spirituelle Leitung. Dependancen sollen in Hamburg, München, Frankfurt und Leipzig eingerichtet werden.

Die Militärrabbiner sollen für sechs Jahre als Beamte auf Zeit berufen werden, was nochmal um weitere sechs Jahre verlängert werden kann. Eine Verbeamtung auf Lebenszeit kann ebenfalls angestrebt werden.

Dieses historische Ereignis regelt der Staatsvertrag für jüdische Militärseelsorge. Das Dokument wurde heute auf dem Gemeindetag des Zentralrats der Juden in Berlin von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, unterzeichnet. Der Bundestag muss der Erweiterung der Militärseelsorge aber noch zustimmen.

Stärkung einer vielfältigen und offenen Bundeswehr

Vor der Unterzeichnung hatten das Bundesverteidigungsministerium und der Zentralrat der Juden ein halbes Jahr über die Modalitäten des Vertrages beraten. Beide Parteien zeigten sich nach dem Abschluss des Staatsvertrages mehr als zufrieden und interpretierten ihn als “starkes Zeichen für eine offene und vielfältige Bundeswehr”, so Kramp-Karrenbauer. Und weiter: “Es erfüllt mich mit Dankbarkeit und Freude, dass jüdische Soldatinnen und Soldaten freiwillig ihren Dienst in der Bundeswehr leisten. Für Freiheit und Recht, für unser gemeinsames Vaterland.” Zentralratspräsident Schuster ergänzte: “Brücken zwischen den Religionen zu bauen – das ist der Weg, den wir mit der jüdischen Militärseelsorge beschreiten wollen.”

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