Landesamt für Einwanderung eröffnet

0
558
Mehr als nur eine Türschildänderung: Die ehemalige Berliner Ausländerbehörde ist nun das Landesamt für Einwanderung. (Foto: BS/Heidrich)

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat das bundesweit erste Landesamt für Einwanderung eröffnet. Es ersetzt die bisherige Ausländerbehörde und soll bei der Steuerung von Zuwanderung und Integration helfen. Vor allem vor dem Hintergrund des im März 2020 in Kraft tretenden Fachkräfteeinwanderungsgesetzes sei das Landesamt ein wichtiges neues Instrument.

Geisel sprach im Rahmen der feierlichen Eröffnung von einem historischen Moment und vom Landesamt als einem Symbol. Entgegen vieler Meinungen sei es eine Fiktion, dass Deutschland kein Einwanderungsland ist. “Es ist Zeit, dass wir uns ehrlich machen”, so der Innensenator. Auf der einen Seite habe Deutschland eine humanitäre Verpflichtung, auf der anderen Seite brauche es aber auch eine wirtschaftliche Einwanderung. Neben dem Klimawandel sei die größte Herausforderung in den kommenden Jahren der demografische Wandel. Zur Erkenntnis, dass dieser die Gesellschaft umwälzen wird, gehöre ebenfalls, dass Deutschland es ohne eine gezielte und vorausschauende Fachkräftezuwanderung nicht schaffen wird. “Die Ressource Wissen und Können wird geringer durch den demografischen Wandel”, so Geisel.

Berlin stehe momentan finanziell gut da. Es gebe Handlungsspielräume und materielle Mittel, die etwa für den Wohnungsbau oder Schulsanierungen eingesetzt werden könnten. Doch das Problem, betont Geisel, sei nicht das fehlende Geld, sondern fehlende Personalkapazitäten. “Deshalb ist die Berliner Wirtschaft dringend auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Ich bin überzeugt, dass die Einwanderung ein Segen für Berlin war und ist”, so der Senator. “Das Landesamt ist für viele der erste Kontakt zu deutschen Behörden. Damit sie sich hier wohlfühlen, müssen wir eine Willkommenskultur entwickeln. Das neue Landesamt soll genau das zum Ziel haben.” Dazu gehöre aber auch die Identitätsklärung der Ankömmlinge als Grundvoraussetzung.

Der Direktor des Landesamtes für Einwanderung, Engelhard Mazanke, war zuvor schon seit 2011 Leiter der Berliner Ausländerbehörde. “Aus meiner Sicht wird das überholte Wort Ausländer nun mit dem der Einwanderung getauscht. Das ist ein wichtiges Signal”, so Mazanke. “Wir wollen Taktgeber werden für die ein oder andere Behörde in anderen Bundesländern.” Die Ausländerbehörde, die schon die größte dieser Art in Deutschland war, hatte zuletzt 470 Mitarbeiter. Das neue Landesamt soll zunächst 73 zusätzliche Stellen erhalten. Davon 15 speziell für die Verbesserung des Beratungsangebots und des Beschwerdemanagements. Geisel geht von 6.000 Zuwanderern pro Jahr aus, die auf Grundlage des neuen Gesetzes künftig nach Berlin kommen. “Die Aufgaben werden mit Sicherheit nicht weniger werden”, betont Geisel.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here