Bundesverwaltungsamt wird 60

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Vor 60 Jahren mit und 300 Mitarbeitern gestartet, ist das BVA heute mit 6.000 Beschäftigten an 22 Standorten größter Dienstleister des Bundes. Alle Bundesministerien und zahlreiche weitere Institutionen nutzen Angebote der Bundesoberbehörde mit Hauptsitz in Köln. (Grafik: BS/BVA)

Kompetenzen und Zuständigkeiten bündeln, das Ministerium unterstützen und so für mehr Effizienz sorgen. Was klingt wie eine Nachricht aus Zeiten der Digitalisierung, war bereits vor sechs Jahrzehnten Grund zur Indienststellung eines neuen Hauses im Bereich des Bundesinnenministeriums (BMI). Am 14. Januar 1960 wurde das Bundesverwaltungsamt (BVA) in Köln gegründet und feiert in dieser Woche runden Geburtstag. Mit gerade einmal 299 Stellen sollte die “selbstständige Bundesoberbehörde” dabei helfen, diverse Aufgaben, die das BMI zuvor in den unterschiedlichsten Häusern ausgelagert hatte, unter einem Dach zu bündeln und so das Abarbeiten effizienter und ressourcenschonender zu gestalten.

Über die Jahrzehnte ist das Haus deutlich gewachsen: Zu seinem 60. Jahrestag zählt das BVA rund 6.000 Beschäftigte an 22 Standorten in ganz Deutschland, darunter Berlin, Bonn, Kiel, Chemnitz, München und Neubrandenburg. Und der Trend zeigt weiter nach oben: Noch im vergangenen Dezember wurden neue Dependancen in Görlitz (Oberlausitz) und Pomellen (Vorpommern) eröffnet – nicht zuletzt, um die aus dem BMI vorangetriebenen Planungen zu unterstützen, die entsprechenden, strukturell schwächer gestellten Regionen zu stärken. In diese Strategie passt auch ein geplanter BVA-Standort, der in Magdeburg eröffnet werden soll.

Zentraler Dienstleister des Bundes

Der Dienstherr der Behörde, Bundesinnenminister Horst Seehofer hebt in seinem Gratulationsschreiben die Bedeutung des BVA für sein Ministerium und den Bund hervor: “ In Zeiten der Digitalisierung und bei dem Anspruch einer transparenten und bürgernahen Verwaltung kommt dem BVA als zentralem Dienstleister des Bundes eine Schlüsselrolle zu. Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass Sie die Erfolgsgeschichte dieser Behörde auch in Zukunft fortschreiben können und bedanke mich für 60 Jahre hervorragende Arbeit!” Schon heute ist das Haus ein wahrer Tausendsassa, der sich als Unterstützer von Regierung und Verwaltung gleichermaßen versteht, wie BVA-Präsident Christoph Verenkotte erklärt: “Von der Beihilfe-App bis zur Visa-Warndatei – wir sorgen dafür, dass politische Entscheidungen schnell umgesetzt werden”, so der Präsident. Zudem habe sein Haus die Bundesregierung über die Jahre in vielen Politikfeldern zuverlässig unterstützt und wo nötig auch Soforthilfe geleistet, etwa in Katastrophenfällen wie dem Oder-Hochwasser. Auf die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BVA sei “immer Verlass” gewesen, so Verenkotte: “Das haben wir in unserer 60-jährigen Geschichte immer wieder bewiesen.”

Breites Aufgabenspektrum

Das ganze Spektrum an Dienstleistungen und deren Umsetzungsaufwand stellt der Präsident des BVA anhand deutlicher Zahlen dar: So bearbeite das BVA jährlich 2,5 Millionen Visa-Anträge aus aller Welt, man kümmere sich darum, dass 530.000 BAföG-Darlehen zurückgezahlt werden und gleichzeitig bezögen rund 90 Prozent der Bundesbediensteten ihre Gehälter von der Kölner Behörde. “Und alle zwei Minuten startet eine Dienstreise, die wir im Auftrag von Ministerien und Bundesbehörden managen”, so Verenkotte.

Mit seinem Know-how in den Bereichen Standardisierung, Prozessmanagement und Beratung unterstütze das Bundesverwaltungsamt zudem auch den digitalen Wandel der öffentlichen Verwaltung maßgeblich. “Wir haben Deutschlands digitale Zukunft im Blick. Deshalb setzen wir auf modernste Technik”, so Verenkotte. Mit hochentwickelten IT-Systemen sei das Bundesverwaltungsamt an komplexen Großprojekten beteiligt, darunter der Fluggastdatenspeicherung, dem Grenzsicherungssystem “Smart Borders” oder dem Regierungsprogramm “Digitale Verwaltung 2020”.

Innovation für Europa

Aber nicht nur bundesdeutsche Aufgaben übernimmt das Geburtstagskind. Auch EU-Verordnungen zur öffentlichen Sicherheit bringen das BVA in eine zunehmend wichtige Position. So ermöglicht es diversen nationalen Behörden den Zugriff auf europäische Zentralsysteme wie das Reiseinformations- und -genehmigungssystem ETIAS. Und auch an der Weiterentwicklung des Schengener Informationssystems SIS ist das BVA beteiligt. “Wie kaum eine andere Behörde hat sich das Bundesverwaltungsamt immer wieder gewandelt und den veränderten Aufgaben flexibel angepasst”, sagt BVA-Präsident Christoph Verenkotte. “Unsere Bilanz kann sich sehen lassen.”

Anlässlich des 60. Geburtstages des Bundesverwaltungsamt wird der Behörden Spiegel in seiner Juni-Ausgabe einen umfänglichen Sonderteil veröffentlichen, der sich mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft der vielfältigen Aktivitäten des Hauses befassen wird.

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