ITK-Branche im Aufschwung

0
344
Trotz konjuktureller Eintrübungen setzt sich der Aufschwunge der Informations- und Telekommunikationsbranche auch 2020 fort. (Foto: Sciencefreak, pixabay.com)

Der Aufwärtstrend der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche hält an: Trotz konjunktureller Eintrübungen im vergangenen Jahr prognostiziert der Digitalverband Bitkom einen Gesamtumsatz von insgesamt 172,2 Milliarden Euro für 2020. Damit erreicht das Geschäftsklima den höchsten Stand seit Mai 2019. Doch hinter weitgehend stabilen Zahlen verbergen sich teils auch Probleme, u.a. in der Unterhaltungselektronik, die mit Gewinneinbußen zu kämpfen hat. 

Die Aussichten der deutschen ITK-Branche für das erste Jahr der eben angebrochenen Dekade sind günstig. Einer Einschätzung des Digitalverbands Bitkom zur Folge darf die Branche bis Ende 2020 mit rund 39.000 neuen Stellen rechnen, womit sie auf mehr als 1,2 Millionen Beschäftigte anwächst. Das spiegelt sich auch in ökonomischen Zahlen wider, vor allem in denen der Informationstechnik. Nicht nur ist die IT das größte Segment der Branche, laut Bitkom wird sie 2020 abermals die größten Gewinne verzeichnen. Mit einem Umsatz von rund 95,4 Milliarden Euro rechnet der Digitalverband für das laufende Jahr; das entspricht einem Zuwachs von 2,7 Prozent. Unter den Teilsegmenten der IT fährt der Markt für Dienstleistungen mit 2,4 Prozentpunkten und Gewinnen von bis zu 41,9 Milliarden Euro die höchsten Erträge ein, gefolgt vom Bereich für Software, der mit einem Wachstum von 6,4 Prozent das größte Wachstum hinlegt. Als Ursache für den Aufschwung nennt Bitkom-Präsident Achim Berg den digitalen Wandel der Unternehmensstrukturen, welcher die Nachfrage nach einschlägigen Software-Lösungen und informationstechnologischer Expertise in die Höhe treibe. 

Telekommunikationsbranche gefordert

Zurückhaltender zeigt sich laut dem Digitalverband die Telekommunikationsbranche, deren Auftakt im neuen Jahrzehnt lediglich ein moderates Plus von 0,9 Prozent erwarten lässt. Von den prognostizierten 68,8 Milliarden Euro entfällt ein Gutteil des Gewinns auf die Telekommunikationsdienste, die voraussichtlich 48,8 Milliarden Euro umsetzen werden.

Positiv ist es auch um den Handel mit Endgeräten bestellt, der um 2,5 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro ansteigen soll. Ungeachtet vergleichsweise stabiler Zahlen stehe der Branche in Zukunft trotzdem eine Bewährungsprobe bevor; dazu Bitkom-Präsident Achim Berg: “Das Umsatzwachstum der Netzbetreiber bewegt sich um die Nulllinie, gleichzeitig werden von ihnen Milliarden-investitionen in die Netze gefordert. Die Netzbetreiber stehen massiv unter Druck und brauchen jetzt stabile Investitionsbedingungen statt immer neuer Diskussionen um die Rahmenbedingungen des Netzausbaus.”

Wehrmutstropfen bleibt nach wie vor die Unterhaltungselektronik, die laut Bitkom-Prognose auch im Jahr 2020 schrumpfen wird; und zwar um satte sieben Prozentpunkte. Es wäre bereits das dritte Mal in Folge, dass die Branche mit roten Zahlen aus einem Geschäftsjahr scheidet.

Den Grund für die zurückgehenden Umsätze des kleinsten Segments der IT- und Kommunikationstechnik sieht Berg in der weitgehenden Sättigung des Marktes, dem trotz weitgehend stabiler Preise die Kunden ausblieben. Statt in Unterhaltungsgeräte investierten diese derzeit lieber in neue Smartphones, welche jedoch trotz ihres Querschnittscharakters der Branche der Telekommunikation zugerechnet werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here