Ausschließlich auf Qualität setzen

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Der Sprecher des Vorstandes der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW), Georg Stecker, fordert eine ausschließliche Ausrichtung der Glücksspielmarktregulierung hierzulande an qualitativen Gesichtspunkten. (Foto: BS/DAW)

Georg Stecker, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW), plädiert für eine stärker an qualitativen Kriterien ausgerichteten Regulierung des Glücksspielmarktes. Quantitative Modelle seien untauglich. Dies gelte etwa für Mindestabstandsregelungen oder das Verbot von Mehrfachkonzessionen.

Die Schließung ordentlicher Spielhallen – auch aufgrund von Abstandsregelungen – sei “ein echtes Konjunkturprogramm für den illegalen Markt, online und in den Städten.” Dieser verbotene Markt habe bereits jetzt einen Anteil von 20 Prozent am gesamten Glücksspielmarkt, warnte Stecker.

2020 bezeichnete er als “ein entscheidendes Jahr für die Glücksspielregulierung in Deutschland”. Denn: die Gespräche der Länder zu einem neuen Glücksspielstaatsvertrag befänden sich “in der ganz heißen Phase”. Das bisherige Vertragswerk läuft im Sommer kommenden Jahres aus. Nun wollten die Bundesländer eine einheitliche Lösung. Das sei auch notwendig und gut so, unterstrich Stecker.

Er berichtete jedoch auch, dass das Online-Spiel bisher noch als Zankapfel gelte. Dieses Spielen im Netz sei hierzulande, “von einer kleinen Ausnahme in Schleswig-Holstein einmal abgesehen”, illegal. Dies halte Millionen Bürger aber nicht davon ab, im Internet zu spielen. Vielen sei gar nicht bewusst, dass dies verboten sei. Für problematisch hält Stecker es zudem, dass im digitalen Raum Standards für den Spieler- und Jugendschutz fehlten. So gebe es dort weder (biometrische) Zutrittskontrollen noch geschultes Personal.

Ganzheitlich betrachten

Stecker plädiert für eine ganzheitliche Betrachtung des Glücksspielmarktes. Er verlangt eine neue Mitregulierung des gewerblichen Automatenspiels. Und das im neuen Glücksspielstaatsvertrag selbst. “Andernfalls verschärfen sich die Inkohärenz und die Marktschieflage weiter”, warnt er. Darüber hinaus fordert Stecker eine Qualifizierung des Berufszugangs. “Wir wollen eine Prüfung für angehende Automatenunternehmer”, stellt er klar. Zudem mache sich sein Verband für unabhängige Spielhallenzertifizierungen stark.

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