Direktionen adé

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Mit der Neuorganisation in Abteilungen, statt der bisherigen Direktionen, erhofft sich Projektleiter Kleist eine Minimierung der Schnittstellenprobleme.(Foto: q_Coernl, pixabay.com)

In Zukunft wird es bei der Berliner Feuerwehr keine Direktionen nach dem bisherigen Muster mit regionaler Zuständigkeit mehr geben. Vielmehr sollen im Rahmen des Projektes “Struktur 2020” sechs Abteilungen geschaffen werden. Ziel der Reform sei es, das Handeln aller Organisationsbereiche auf den Einsatz als Kerndienstleistung in optimaler und gleichwertiger Qualität auszurichten.

Das erläutert der Projektleiter der Neuorganisation, Per Kleist. Außerdem gehe es darum, in der gesamten Behörde ein ganzheitliches Verständnis für die Aufgaben und Abläufe zu erzeugen und bisher vorhandene Schnittstellenprobleme zu minimieren. “Bei der Umstrukturierung haben wir uns neben verschiedenen Feuerwehren im In- und Ausland vor allem an der Münchener Aufbauorganisation orientiert”, sagt Kleist. Die dortige Berufsfeuerwehr habe schon länger eine prozessorientierte Abteilungsstruktur. Der Aufbau der Berliner Feuerwehr hingegen, der eher regional ausgerichtet sei, sei hingegen schon rund 20 Jahre alt.

Künftig wird sie eher aufgabenorientiert ausgestaltet sein. Es wird zwei Einsatzvorbereitungsabteilungen geben. In der einen befassen sich die Mitarbeiter mit Brandschutz, Technischer Hilfe und Katastrophenschutz. In der anderen wird der Rettungsdienst ressortiert. Deren Leiter wird erstmals ein Arzt sein. In diesem Zusammenhang wird zudem der Ärztliche Leiter Rettungsdienst unmittelbar an die Behördenleitung angegliedert.

In einer anderen Abteilung wird die Einsatzsteuerung angesiedelt. Dazu zählen dann unter anderem die Leitstelle, der Lagedienst sowie der IT-Bereich. Letzterer wird dabei aus dem Zentralen Service für Verwaltung und Logistikaufgaben herausgelöst, der laut Kleist in Zukunft auch eine der sechs Abteilung bilden wird. Eine weitere Abteilung stellt die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie (BFRA) dar. “Diese bleibt im Vergleich zu heute unangetastet”, sagt Projektleiter Kleist. Kernstück der neuen Struktur wird ihm zufolge die Abteilung Einsatzbetrieb. Dort hinein werden alle Wachen der Berufsfeuerwehr sowie alle Freiwilligen Feuerwehren ressortiert. Kleist erklärt: “Dort wird es zwar weiterhin eine gewisse regionale Gliederung geben. Aber wir haben dann nur noch einen Abteilungsleiter als Prozessverantwortlichen und nicht mehr drei Direktionsleiter.”

Die Umsetzung der Reform will der Projektleiter zügig angehen. “Zunächst möchten wir die konzeptionellen Abteilungen, also die beiden Einsatzvorbereitungsabteilungen sowie jene für die Einsatzsteuerung, neu aufstellen.” Danach soll die operativ tätige Abteilung Einsatzbetrieb folgen. “Abgeschlossen sein soll die Umorganisation spätestens bis Mitte 2021”, so Kleist.

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