5G-Netz in Großbritannien: Huawei an Bord

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In Deutschland wird noch gestritten, Großbritannien hat entschieden: Huawei darf beim 5G-Ausbau mitmachen – nur nicht in sensiblen Bereichen. (Foto: shinonomeProduction, stock.adobe.com)

In Großbritannien darf Technik des Netzausrüsters Huawei beim Ausbau der 5G-Mobilfunknetze verwendet werden. Allerdings nicht im sensiblen Kernnetz sowie in räumlicher Nähe zu bestimmten Einrichtungen wie Atomkraftwerken oder Militärbasen.

Im peripheren Netz könnte Huawei einen Anteil von bis zu 35 Prozent erhalten. Die Entscheidung gab die britische Regierung nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats bekannt. Sie geht der Haltung der USA entgegen, die chinesische Firmen gänzlich aus dem Infrastrukturausbau ausschließen wollen und dasselbe von verbündeten Staaten verlangen. Im Raum steht der Verdacht, Huawei oder etwa ZTE könnten aufgrund ihrer Nähe zur chinesischen Regierung in die Netztechnik Hintertüren für Spionage oder Sabotage einbauen.

EU gibt Empfehlungen, Bundesregierung zögert noch

Dem britischen Vorstoß ist ein monatelanger Streit um die Beteiligung Huaweis an 5G-Netzen vorausgegangen. In Deutschland dauern die Diskussionen noch an. Ein Ausschluss einzelner Unternehmen wurde von der Bundesregierung bisher ausgeschlossen, ist aber nicht vom Tisch. Die EU-Kommission hat nach einer Risikoeinschätzung nun Empfehlungen für sichere 5G-Netze herausgegeben. Der Umgang mit Huawei im Besonderen solle demnach Sache der Infrastrukturbetreiber selbst sein. Grundsätzliche Vorschläge liefert eine Toolbox. So solle auf einen Anbieter-Mix gesetzt werden, um Abhängigkeiten zu verringern. Die Wartung der Netzkomponenten solle der Kommission zufolge in Europa und unter europäischer Gesetzgebung erfolgen. Außerdem werden wirtschaftspolitische Maßnahmen angeregt. So sollen ausländische Investitionen im 5G-Bereich strenger kontrolliert werden, um Übernahmen bedeutsamer Unternehmen vorzubeugen. Auch soll gesetzlich gegen Preisdumping und versteckte Subventionen bei ausländischen Anbietern vorgegangen werden.

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die Maßnahmen bis Ende April durch die Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Im Herbst soll das Thema dann wieder aufgegriffen werden.

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