Immaterielle Kulturgüter werden archiviert

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Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK, im Foto dessen Präsident Christoph Unger) sichert immaterielles Kulturgut. (Foto: BS/Dombrowsky)

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) dokumentiert und archiviert künftig die beiden immateriellen Kulturgüter “Rheinischer Karneval” und “Schwäbisch-Alemannische Fastnacht”. Dies erfolgt im Rahmen des Kulturgüterschutzes nach der Haager Konvention.

Sowohl der “Rheinische Karneval” als auch die “Schwäbisch-Alemannische Fastnacht” sind im Inventar ihrer jeweiligen Bundesländer und im bundesweiten Verzeichnis als immaterielles Kulturerbe eingetragen. Das BBK wird nun Archivmaterial – gemeinsam mit verschiedenen Partnern – Archivmaterial zu beiden dokumentarisch bearbeiten, auf Mikrofilm sichern und im Barbarastollen verwahren. Dieser befindet sich im Schwarzwald und ist der zentrale Bergungsort der Bundesrepublik. Im Stollen lagern derzeit rund eine Milliarde Mikrofilmaufnahmen identitätsstiftender Dokumente aus deutschen Archiven.

Besonderes Projekt

BBK-Präsident Christoph Unger sagte: “Dieses Projekt ist in vielerlei Hinsicht besonders.” Noch nie habe sich sein Haus derart intensiv einem immateriellen Kulturerbe gewidmet. “Wir wagen einen Querschnitt durch die historische Entwicklung, durch lokale Varianten der Bräuche sowie die Wahrnehmung und Verankerung in der Gesellschaft.” Dazu gehöre auch die Geschichte des Karnevals während der Zeit des Nationalsozialismus. Es solle ein umfassendes Bild für die Nachwelt entstehen, so Unger.

Zudem werde das BBK das Projekt nutzen, um eine Erweiterung der Sicherungsverfilmung zu erproben. “Während bisher nur Schriftgut verfilmt wurde, sollen in diesem Projekt exemplarisch auch Einzelobjekte wie Narrenmasken, Orden oder Ton- und Filmaufnahmen auf Mikrofilm festgehalten werden”, erläuterte der Behördenleiter. Das Projekt läuft drei Jahre.

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