Mobilitätslösungen für Stadt und Land

0
554
Nicht erst seit gestern sind die und Zubringer im Lande tagtäglich überfüllt. Um die Menschenströme auf nachhaltigem Wege zu steuern braucht es zukünftig neue Konzepte, die das BMBF nun erforschen will. (Foto: JerzyGorecki, pixabay.com)

Im Rahmen der “Forschungsagenda Nachhaltige urbane Mobilität” fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der Fördermaßnahme “MobilitätsWerkStadt 2025” innovative kommunale Modellprojekte. Im Vordergrund der Förderung soll dabei eine partizipative und wissenschaftlich fundierte Entwicklung von integrierten, lokal passenden Konzepten für eine nachhaltige Mobilität stehen. Diese sollen anschließend in der Praxis getestet, umgesetzt und ausgewertet werden.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht Mobilität für die Bürger als einen Lebensaspekt, der “völlig selbstverständlich zum modernen Leben” dazugehöre. Dagegen sehe die derzeitige Realität allerdings “mit Staus, Dreck und Lärm oft anders aus. Wir arbeiten heute in den Städten daran, dass Deutschland die erste Adresse für die nachhaltige Mobilität der Zukunft wird. Das Auto gehört sicher dazu. Daneben gibt es aber noch zahlreiche weitere gute Ideen, welche die Menschen in den BMBF-Mobilitäts- Werkstätten vor Ort entwickeln und einbringen werden. Dafür unterstützten wir 50 Mobilitätsmanagerinnen und -manager, die den Dialog zwischen Bürgern, Kommunen und Wissenschaft anstoßen, moderieren und voranbringen”, erläutert die Ministerin ihre Pläne, um die Wende hin zu einem nachhaltigeren Verkehr zu schaffen. Die Mobilitätsmanagerinnen und -manager sollen sich ab diesem Januar vor Ort um das Thema Mobilität kümmern und repräsentieren dabei in Summe etwa 250 Kommunen, die die Förderanträge teils in Regionalverbünden, auf Landkreisebene oder auch als einzelne Stadt oder Gemeinde eingereicht hatten.

In einem ersten Schritt plant das BMBF, Kommunen dabei zu unterstützen, gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Forschung die verschiedenen Anforderungen an nachhaltige Mobilität miteinander zu definieren und auf lokaler Ebene Antworten zu finden. “Der Wandel des Mobilitätssystems ist ein langfristiger Prozess – gleichzeitig sind aber rasch wirksame Impulse zur Entlastung der Städte notwendig und möglich. Ziel unserer Forschungsagenda ist es einerseits, Nachhaltigkeitsinnovationen in die Praxis zu bringen. Andererseits soll eine wissenschaftlich fundierte Basis für das langfristige Innovationsund Transformationsmanagement in Kommunen geschaffen werden“, so Ministerin Karliczek.

Förderung auf Wettbewerbsbasis

Die neue Fördermaßnahme besteht dabei aus einem Drei-Phasenmodell auf Wettbewerbsbasis. Im Fokus der ersten Phase steht dabei die Konzepterstellung, in der anschließenden zweiten Phase sollen die erarbeiteten Mobilitätskonzepte dann in einem Reallabor erprobt und umgesetzt werden. Die dritte Phase widmet sich abschließend dem Transfer und der Verstetigung der Ergebnisse und Erkenntnisse.

Akzeptanz als zentraler Faktor

Ein wichtiger Aspekt in dem Projekt ist auch, die Bevölkerung von den neuen Ideen zu überzeugen, weiß auch Karliczek: “Die Technik muss auch von den Menschen akzeptiert werden. Sie muss individuellen Wünschen gerecht werden, Freiheiten schaffen und für alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen zugänglich sein – unabhängig von ihrem Wohnort”, so die Ministerin.

Das Bundesforschungsministerium setze deshalb auf einen systemischen Ansatz der Mobilitätsforschung. Da Veränderungen nur im Zusammenspiel von gesellschaftlichen und individuellen Bedürfnissen, sozialem Verhalten, Stadt- und Infrastrukturplanung sowie technologischen Innovationen entstünden, wolle man auf diese Weise erarbeiten und aufzeigen, welche Ansatzpunkte für eine nachhaltigere Mobilität geeignet seien und wie man diese angehen könne.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here