Augen auf beim IoT-Kauf

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Freudiger Sieger: Am Ende konnte Pascua Theus das Publikum mit seinem Vortrag über digitalen Identitätsdiebstahl überzeugen. (BS/Petersdorff)

Wie lässt sich ein komplexes Thema wie Cyber-Sicherheit einem Laien vermitteln, so dass er Spaß hat und zugleich auch die ein oder andere Erkenntnis mit nach Hause nimmt? Kurz müsste es sein, ansprechend und unterhaltsam. Auf dieses Mischverhältnis aus Kurzweil und Aufklärung setzt man auch beim Cyber Security Slam. Die Veranstaltung, eine Kooperation des Cyber Security Clusters Bonn, der axxessio GmbH, des Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) sowie der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt. In zehnminütigen Vorträgen traten fünf ausgewiesene IT-Experten im Fritz’ Café der Universität Bonn gegeneinander an. Letzten Endes entschied jedoch das Publikum, wer den Balanceakt aus Unterhaltung und Information am besten meisterte.

Eigentlich ist Slam ein Format, das man zunächst nicht mit Digitalisierung oder IT-Sicherheit in Verbindung bringt. Dass es sich aber trotzdem um eine gelungene Kombination handelt, bewies der erste Wettbewerber des Abends, Patrick Steinert. Sein Auftaktvortrag, der sich dem Internet of Things (IoT) widmete, exemplifizierte am Beispiel seines Nachbars, dass im Grunde jedes smarte Gerät – ob LED-Leuchte oder Heizung – leicht zu manipulieren ist. Sicherheit sei allein schon aus Kostengründen ein Faktor, der in der Produktion von Smart Home Geräten kürzer treten müsse. Kosten im weitesten Sinne hatte auch die zweite Darbietung des Abends zum Thema; wenngleich auch in einem anderen Kontext: So zeigte Pascua Theus, wie wichtig es sein kann, seine Passwörter mit entsprechender Länge und Komplexität zu versehen. Andernfalls könnte es nämlich geschehen, dass die eigne digitale Identität gehackt und samt Email- oder Spotify-Account im Darknet zu Spottpreisen feilgeboten würde. Dass nicht nur Passwörter, sondern auch Kritische Infrastrukturen vermehrter Aufmerksamkeit bedürfen, erörterte Marian Corbe im dritten Vortrag des Abends, der sich den regulatorischen Maßnahmen im Rahmen des IT-Sicherheitsgesetzes widmete.  

Nach kurzer Pause hieß es einen Rollenwechsel vornehmen. Als Bauarbeiter Gerhard Klose getarnt, schilderte Daniel Jedecke, wie er sich Zugriff auf die Kaffeemaschine eines Unternehmens verschaffen würde. Sein Fazit: “Der Mensch ist nicht schlecht, er ist nur leicht beeinflussbar.” Das sei Cyber-Kriminellen nur allzu gut bekannt. Die meisten Überfälle hätten darum auch das intuitive Entscheidungssystem des Menschen zum Ziel. Dass auf der anderen Seite auch das analytische System nicht vollends gefeit ist, nahm Holger Reichert in seinem Vortrag “Den Cyberraum zu den eigenen Gunsten krümmen” auf. Ihm ging es um ein geschickt angelegtes Schwachstellen-Management, das stets dort beginne, wo die sensibelsten Daten liegen. 

Am Ende ein glücklicher Gewinner

Bei so viel geballter Expertise fiel den Zuschauern die Entscheidung nicht leicht. Erst nachdem ein Dezibel-Messer zu Rate gezogen wurde, stand die Wahl fest. Zum glücklichen Gewinner des Abends wurde Pascua Theus gekürt, der das Publikum mit seinem Beitrag über die hohe Kunst der Passwortvergabe überzeugen konnte. Damit winkte ihm zum Ende ein Preisgeld von 500 Euro.

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