Informatik wird Pflichtfach

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Aus Wahl mach Pflicht: An niedersächsischen Schulen hat Informatik nun einen festen Platz im Kerncurriculum der Sekundarstufe I. (Foto: whitesession/pixabay.com)

Zum Schuljahr 2023/24 wird Informatik als Pflichtfach an niedersächsischen Schulen eingeführt. Das Kultusministerium plant mit einem Umfang von einer Wochenstunde zusätzlich zur bisher geltenden Stundenzahl. Der Unterricht soll zunächst den zehnten Klassen zugutekommen und ein Jahr später auch auf die neunten ausgeweitet werden. Doch bis dahin bleibt viel zu tun, denn es fehlt an qualifiziertem Personal.

Als Kernkompetenz der nahen Zukunft sei es notwendig, dass Informatik an deutschen Schulen eine prominentere Stellung einnehmen müsse, so Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Die Aufnahme des Faches Informatik ins Kerncurriculum an allgemein bildenden Schulen sei der richtige Weg, um den Nachwuchs besser auf den Umgang mit neuen Kommunikations- und Informationstechnologien vorzubereiten.   

Qualifizierungskurse für Lehrer

Problematisch nur, dass sich das Vorhaben mit dem aktuellen Lehrkörper so nicht wird umsetzen lassen: Derzeit unterrichten an Niedersachsens Schulen insgesamt rund 500 ausgebildete Lehrkräfte das Fach Informatik, was für eine Ad-hoc-Umstellung bei weitem nicht ausreicht. Für eine erfolgreiche Implementierung bräuchte es hingegen noch einmal doppelt so viele Lehrer. In den nächsten Schritten müsse es deshalb vor allem darum gehen, das bereits verfügbare Personal schrittweise an die Materie heranzuführen, erklärt Tonne. Geplant seien berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen, welche in die Lernfelder “Daten und Spuren”, “Computerkompetenz”, “Algorithmisches Problemlösen” und “Automatisierte Prozesse” einführten.

Ein erstes Kursangebot mit 25 Teilnehmern wurde bereits im September vergangenen Jahres gestartet; acht weitere sollen über das Jahr verteilt folgen.

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