“Defender Europe” ist gestartet

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Das offizielle Wappen der Großübung (Foto: BS/USAREUR)

“Defender Europe 2020”, die größte US-Truppenverlegung nach Europa seit dem Ende des Kalten Krieges, ist angelaufen. Damit üben die Amerikaner die schnelle Verlegbarkeit größerer Truppenteile über den Atlantik und durch Europa. Deutschland wird aufgrund seiner geostrategischen Lage im Herzen Europas zur logistischen Drehscheibe. Mit dieser Übung geben die Vereinigten Staaten ein deutliches Bekenntnis zur Sicherheit Europas ab.

Nach den Erfahrungen der nunmehr fünften Rotation der US-Operation “Atlantic Resolve”, bei der die Amerikaner eine Brigade mit ihren Fahrzeugen und ihrer Ausrüstung für einen Aufwuchs ihrer Streitkräfte an der Ostflanke der NATO sorgen, wird nun erstmals die Verlegung einer ganzen Division geübt. Mit allein schon rund 29.000 US-Soldaten ist diese Verlegung mehr als fünfmal so groß wie die bewährten Rotationen. Während die amerikanischen Streitkräfte einen Großteil der Verlegung ihrer Fahrzeuge, Geräte und Ausrüstung eigenständig organisieren, nutzen sie im Transitland Deutschland die Unterstützung durch die Streitkräftebasis (SKB) – den “Host Nation Support” (HNS).

Unter den insgesamt teilnehmenden 37.000 Soldaten werden über 20.000 sein, die aus Kontinental-Amerika mitsamt Material und Fahrzeugen in Westeuropa ankommen und danach durch zehn Länder gen Osten fahren. Personen und Material – etwa 33.000 Fahrzeuge und Container – kommen mit Schiffen und Flugzeugen bei Nutzung von 14 See- und Flughäfen in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich und Deutschland an. Per Schienen- und Straßentransport geht die Verlegung weiter Richtung Polen und Baltikum. Der Hauptverlegezeitraum der US-Verbände in Europa reicht von Februar bis in den Mai. Die etwa 4.000 Kilometer Konvoi-Routen sind eine große Wegstrecke für eine Übung.

Für die internationale Koordination ist das “Joint Support and Enabling Command” (JSEC) der NATO in Ulm zuständig. Es steht unter dem Kommando von Generalleutnant Jürgen Knappe.

An der Übung unmittelbar beteiligt sind auch Soldaten verschiedener Bereiche der Bundeswehr. Die Gesamtverantwortung für den “Host Nation Support” bei dieser Großübung liegt bei der SKB, die dafür 1.500 Soldaten abstellt. Deren Inspekteur, Generalleutnant Martin Schelleis, ist gleichzeitig auch Nationaler Territorialer Befehlshaber. Für die Unterbringung und Versorgung der Truppen in Deutschland ist der Organisationsbereich Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUD) der Bundeswehr verantwortlich. Bei deren Bundeswehr-Dienstleistungszentren (BwDLZ) laufen im Hintergrund bereits seit November die Vorbereitungen.

Mehr zur Übung “Defender Europe” aus polizeilicher Sicht hier.

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