ELSTER-Technologie wird Basis des digitalen Unternehmenskonto

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Freuen sich über eine gelungene Nord-Süd-Kooperation beim digitalen Unternehmenskonto: Bayern Digitalministerin Judith Gerlach und Bremens Finanzstaatsrat. (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Digitales)

Unternehmen haben jedes Jahr durchschnittlich 130 Kontakte zu Behörden. Das bedeutet einen enormen Arbeits- und Zeitaufwand. Daher erwartet die Wirtschaft digitale Lösungen, um alle Anträge einfach, schnell und in allen Bundesländern gleich abwickeln zu können. Bayern ist es jetzt gemeinsam mit Bremen gelungen, den Weg zu einem einheitlichen Unternehmenskonto zu beschleunigen.

Durch die in Bayern entwickelte ELSTER-Technologie kann bundesweit zügig ein zentrales Onlineportal mit einem einheitlichen Konto für alle Unternehmen angeboten werden, wo bspw. die Kfz-Anmeldungen oder die Beantragung von Gesundheitszeugnissen erfolgen kann. An die seit Jahrzehnten in der Steuer bewährte Lösung sind bereits alle Unternehmen angebunden. Im IT-Planungsrat werden jetzt Bayern und Bremen beauftragt, das digitale Unternehmenskonto für alle Bundesländer auszurollen. Bayern schafft die technischen und praktischen Voraussetzungen für die Umsetzung auf ELSTER-Basis und Bremen prüft die Module Funktionspostfach und Autorisierung im Unternehmen als weitere mögliche Komfortfunktionen für das Unternehmenskonto.

Gordischer Knoten durchschlagen

“Der gordische Knoten ist durchschlagen. Als quasi Digitalbeauftragte unserer Länder haben wir gemeinsam mit dem Bund einen breit getragenen Konsens erreicht und senden ein klares Signal an unsere Unternehmen”, erklärte die Bayerische Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach. Man wolle den schnellen Wechsel von der analogen Amtsstube zu einem digitalen Servicestaat. Deutschland stehe bei der digitalen Verwaltung nicht länger auf der Bremse, sondern gebe seinen Unternehmen Rückenwind, so Gerlach weiter. “Unsere Unternehmen sollen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und nicht unnötige Zeit mit Papierkrieg und Amtsgängen verschwenden. Mit unserer bewährten Zertifizierung im Steuerwesen öffnen wir die digitale Tür für alle weiteren Behördenleistungen. Das ist ein Update “made in bavaria”. Die Wirtschaft sichert unseren Wohlstand und eine starke digitale Verwaltung ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor”, betonte die Ministerin.

Meilenstein für erfolgreiches E-Government

Der Bremer Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr ergänzte: “Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, einen weiteren Meilenstein für ein erfolgreiches E-Government abzuschließen.” Erstmals in der Geschichte der Digitalisierung habe man eine technologische Zusammenarbeit zwischen der Steuer- und der allgemeinen Verwaltung erreicht und lobte die erfolgreiche Kooperation zwischen Bremen und Bayern. Der große Vorteil dieser Lösung sei das Prinzip ihrer verschiedenen Bausteine. Ein zentraler Baustein, auf dessen Nutzung sich bereits alle Mitglieder des IT-Planungsrates verständigt hätten, sei die Nutzung der ELSTER-ID zu Authentisierung der Unternehmen. “Die weiteren Bausteine können je nach Ausgangssituation in den Ländern und damit mit einer hohen Investitionssicherung zusammengestellt werden. Mit dieser Flexibilität gepaart mit einer etablierten Authentisierungslösung entsprechen wir insbesondere den bei den Wirtschaftsvertretern und -verbänden erhobenen Anforderungen”, erläuterte Lühr. Nach aktuellen Schätzungen werde man die ersten Funktionen spätestens 2021 bereitstellen können, um dann in weiteren Schritten bis 2022 ein ausgerolltes bundesweit einheitliches Unternehmenskonto im Einsatz zu haben.

Das neue Unternehmenskonto wird modular aufgebaut. Für jedes Unternehmen können bis zu 200 Konten für Firmenmitarbeiter eingerichtet werden. Es ermöglicht die Kommunikation zwischen Unternehmen und Behörden in beide Richtungen, sowohl in Form von Bescheiden als auch durch Anträge. Steuerformulare sind enthalten, ebenso wie Maschinenschnittstellen für die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Mit dem digitalen Unternehmenskonto rückt auch der “Single Point of Contact” für Unternehmen näher. Diesen sollen sich die Unternehmen flexibel definieren können. Bereits bei Bund und Ländern vorhandene Lösungen können daher in verschiedener Form an eine ELSTER-Lösung angeschlossen werden, etwa durch Schnittstellen zwischen ELSTER und Fachverfahren, Verlinkungen von ELSTER in ein Landesportal oder die Integration der ELSTER-Schnittstelle in ein vorhandenes Landeskonto. Schon in diesem Jahr sollen erste Pilotverfahren beginnen und 2021 wichtige Funktionen, wie die Authentifizierung und die Organisationszertifikate bereitstehen.

Digitalministerin Judith Gerlach ist Schirmherrin für den Zukunftskongress Bayern (13. Februar in München) und wird diesen mit einer Keynote eröffnen. Der Bremer Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr referiert auf dem Digitalen Staat (3. und 4. März in Berlin).

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