Beim Breitbandausbau den Turbo eingelegt

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Auf der Überholspur: Surfgeschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s sind inzwischen für drei Viertel aller Haushalte in Baden-Württemberg verfügbar. (Foto: real-napster/pixabay.com)

Baden-Württemberg geht den nächsten Schritt in Richtung einer flächendeckenden Breitbandversorgung. Mit Fördergeldern in Höhe von rund 93 Millionen Euro soll der Netzausbau in 28 Stadt- und Landkreisen vorangetrieben werden, explizit auch in ländlichen Regionen. Die entsprechenden Förderbescheide übergab Digitalisierungsminister Thomas Strobl jüngst bei einem Treffen mit den insgesamt 63 Zuwendungsempfängern. Doch damit nicht genug: Strobl plant, bis 2021 mehr als eine Milliarde Euro in die digitale Infrastruktur zu investieren.

“Unsere Kommunen geben Gas, die digitale Infrastruktur für ihre Bürgerinnen und Bürger, für Gewerbe, Schulen und Krankenhäuser wesentlich zu verbessern. Wir als Land stehen dabei tatkräftig an ihrer Seite. Heute stellen wir bei dieser Übergaberunde die bislang höchste Fördersumme bereit “, so Digitalisierungsminister Thomas Strobl bei Übergabe der Bescheide. Zugutekommen soll die Rekordsumme von 92,8 Millionen Euro 63 Zuwendungsempfänger in 28 Stadt- und Landkreisen, darunter die Städte Karlsruhe, Konstanz und Ravensburg, aber auch zahlreiche ländliche Regionen. Grund für die Höhe der Fördersummen liege in der Kombination von Bund- und Landesförderungen, heißt es aus dem Digitalisierungsministerium. Im Frühjahr 2019 sei man dazu übergegangen, Bundes- und Landesprogramme besser aufeinander abzustimmen. Ergänzend habe man die Kofinanzierung des Landes von 20 auf 40 Prozent angehoben. Zusammengenommen würden die Kommunen damit um 90 Prozent der anfallenden Kosten beim Netzausbau erleichtert. Die neue Förderkulisse funktioniere hervorragend, bekräftigt Strobl. Derzeit käme jeder fünfte Antrag bereits aus dem Südwesten der Republik. Im Bundesvergleich belege man damit den Spitzenplatz.

Baden-Württemberg mit guten Voraussetzungen

Derselbe Ehrgeiz drückt sich auch in den aktuellen Zahlen aus. Laut Breitbandatlas des vergangenen Jahres verfügen rund 83 Prozent aller Haushalte des Bundeslandes inzwischen über einen Anschluss von mindestens 100 Mbit pro Sekunde, 90 Prozent surfen mit einer Geschwindigkeit von 50 Mbit im Netz. Das entspricht einer Steigerung von 15 bzw. sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Zuwachs käme nicht von ungefähr, sondern sei das Ergebnis einer konsequent durchgeführten Förderungspolitik, heißt es aus dem Digitalministerium. So habe man in den vergangenen vier Jahren den Etat schrittweise erhöht. Inzwischen sei die Summe mit 450 Millionen Euro um mehr als das Sechsfache seit 2016 angewachsen. Dabei habe man sich explizit auch darum bemüht, den Ausbau der privaten Kommunikationsunternehmen dort zu fördern, wo der Markt aufgrund geringer Bevölkerungszahlen und topographischer Widrigkeiten nicht eingreife. Zweistellige Millionenbeträge gingen etwa an die Landkreise Schwäbisch Hall, Biberach und den Neckar-Odenwald-Kreis. 

Doch dabei soll es nicht bleiben. Mit Blick auf die nahe Zukunft erklärt Strobl: “Bis 2021 investieren wir insgesamt mehr als eine Milliarde Euro in die digitale Infrastruktur – das ist eine gewaltige Summe und mehr als jede Regierung vor uns investiert hat.”

Eine Übersicht zu den aktuellen Förderbescheidempfängern erhält man hier.

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