Von 5G und den Anstrengungen im Glasfaserausbau

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Ob in der Stadt oder auf dem Land, der Ausbau von Glasfaser und 5G-Technologie ist für die digitale Durchdringung Deutschlands unverzichtbar. (Foto: Silvano Rebai, https://stock.adobe.com/de/ )

Hans Güldenpenning, freier Journalist, interviewte Hardy Heine, Koordinator Breitbandausbau und Ansprechpartner für die Kommunen bei DNS NET zum Thema Breitband. Sie sprachen über neueste Entwicklungen im Bereich Glasfaser und 5G. Heine rät der ITK-Branche und den Kommunen zu mehr Engagement bei der Planung und dem Aufbau einer zukunftsfähigen Infrastruktur. Ein Gastbeitrag.

Hans Güldenpenning: Beim schnelleren Vorankommen im Breitbandausbau scheint es um Prioritäten zu gehen, um Innovationsförderung und die Besonderheiten der jeweiligen Region. Was ist die derzeit wichtigste Aufgabe, damit wir vorankommen?

Hardy Heine: Bei der Diskussion über 5G-Technologien und die Breitbandversorgung im Allgemeinen wird oft übersehen, dass die Begrifflichkeiten in den Gemeinden und Behörden gar nicht immer klar sind. Ein direkter Austausch und Basisarbeit sind wichtig, damit deutlich wird, auf welchem qualitativen Stand die bestehende Infrastruktur entwickelt ist. Außerdem geht es um die Frage, wie man den Netzausbau effektiv plant. Grundsätzlich gehört zu einer Umsetzung von digitalen Infrastrukturen, dass Kommunen sich gut informieren müssen. Das ist meist mühsam, denn es ist nicht immer klar, welche Bandbreiten tatsächlich bei den einzelnen Regionen und Haushalten ankommen. FTTH/FTTB – Glasfaser bis in die Wohnung, Gebäude und Firmen als Zukunftstechnologie – genau um diese Aufklärungsarbeit muss es bei zahlreichen Kommunen und Bürgermeistern gehen.

Güldenpenning: Aber die Glasfaserversorgung wird in der Öffentlichkeit doch ausführlich besprochen?

Heine: Das Thema FTTH ist der breiten Öffentlichkeit gar nicht so präsent, wie es in Fachkreisen immer diskutiert wird. Dieses Wissen ist abhängig vom Engagement der jeweiligen Bürgermeister, Verwaltungen und der regionalen Akteure, die den Breitbandausbau vorantreiben wollen. Natürlich kann dieses Wissen nicht vorausgesetzt werden, es ist ja immer auch abhängig von der Größe der Kommunen und den Ressourcen, um sich mit Spezialthemen auseinandersetzen zu können. Dies bedeutet für uns als ITK-Branche, dass wir an der Basis noch viel mehr Aufklärungsarbeit leisten müssen. In den Verbänden und auf überregionalen Veranstaltungen ist das Thema Glasfasertechnologie natürlich omnipräsent, aber dort, wo die Ausbauwege entschieden werden, muss deutlich gemacht werden, worum es geht.

Güldenpenning: Mit den künftigen 5G-Netzen lassen sich ja zahlreiche  Bereiche der Daseinsvorsorge umsetzen – von der Elektromobilität bis hin zu Industrie oder Landwirtschaft 4.0. Ist das bis 2025 überhaupt realistisch umsetzbar?

Heine: Das Angebot für Ausbaumöglichkeiten ist häufig verwirrend. Welche Anbieter gibt es und an welchem Portfolio orientiere ich mich? Welche Daten sind verfügbar und verlässlich? Welche Fördersummen und Töpfe sind eine Option, wenn ich eine Kommune oder eine Verwaltung vertrete? Letztlich muss man sehen, dass ohne Glasfaserausbau in der Fläche gar keine umfangreichen 5G-Netze entstehen können. Das jährliche Datenvolumen und der Bandbreitenbedarf erhöhen sich mittlerweile um 40 bis 50 Prozent. Wir können also nur verlässliche Strukturen schaffen, wenn die Investitionen zukunftssicher getätigt werden und nicht nur den kurzfristigen Bedarf abdecken. Generell gilt es zu klären, was wir überhaupt unter Glasfaser verbindlich verstehen. 50 Mbit und VDSL waren lange Zeit das Mantra im Land. Was ist jedoch eine sinnvolle Größenordnung für eine Kommune? Glasfaser bis in den Haushalt, bis in jedes Gebäude, ist ein logischer Weg, alles andere ist eine Zwischenlösung.  

Mehr Informationen erfährt man via www.dns-net.de.

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