BSI: Qualifizierte Zulassung etabliert

0
304
Produkte für den Einsatz im Geheimschutzbereich können dank neuen Verfahrens beim BSI schneller zugelassen werden. So die erste VS-NfD-Firewall genugate 9.0 der Bundesdruckereitochter genua. (Foto: genua GmbH)

Um Produktzulassungen im Geheimschutzbereich zu beschleunigen, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein straffes und sicheres Verfahren für vertrauenswürdige Hersteller eingeführt. Erste Zulassungen sind erfolgt.

Beim qualifizierten Zulassungsverfahren weisen Hersteller dem BSI zunächst nach, dass Entwicklungsumgebung und Betriebsprozesse den Anforderungen für den Geheimhaltungsgrad VS-NfD genügen. Diese Qualifizierung muss alle drei Jahre wiederholt werden. Bei der Zulassung von konkreten Produkten oder funktionalen Updates werden dann nur noch diese geprüft und nicht mehr jedes Mal die betrieblichen Rahmenbedingungen. Ein Großteil der vorgeschriebenen Dokumentation wird nicht im Einzelnen durch die Cyber-Sicherheitsbehörde geprüft, muss aber auf Verlangen vorgelegt werden.

Erste Verfahren mit geprüften Herstellern haben gezeigt, dass sich die Zeit von der Produktfinalisierung bis zur Zulassung von rund einem Jahr auf ein bis zwei Monate verkürzen lässt. Behörden können so schneller neue Produkte oder Funktionen anwenden. Qualifizierte Hersteller im VS-NfD-Bereich sind Utimaco oder genua. Letztere hat aktuell eine Zulassung für die Firewall genugate 9.0 erhalten. Einsatzbereich sind hochkritische Netzwerk-Übergänge, so zwischen LAN und Internet. Ein zweistufiger Aufbau aus Application Level Gateway und Paketfilter soll ein besonders hohes Sicherheitsniveau ermöglichen. Es handelt sich um die erste Firewall mit BSI-Zulassung für den VS-NfD-Einsatz.

Gemäß der 2018 erlassenen Verschlusssachenanweisung (VSA) müssen bei der Verarbeitung von Verschlusssachen alle an der Datenverarbeitung beteiligten Systeme vom BSI zugelassen werden – das schließt auch Firewalls ein. Die damit einhergehende Mehraufwände waren ein Grund für Einführung des straffen qualifizierten Zulassungsverfahrens. Dazu genua-Geschäftsführer Matthias Ochs: “Mit dem neuen Verfahren können VS-NfD-Zulassungen innerhalb weniger Wochen durchgeführt werden, ohne Abstriche bei der Prüftiefe und somit beim Qualitätsniveau. So erreicht das BSI das Ziel, für den VS-Bereich schnell zugelassene State-of-the-Art-Sicherheitslösungen bereitzustellen.”

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here