Neue Zugangsmöglichkeit

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Die Berliner Feuerwehr verfügt über eine neue Möglichkeit, mehr Personal für den gehobenen Dienst zu erhalten. Dafür jedoch zunächst die entsprechende Laufbahnverordnung angepasst werden. (Foto: BS/magicpen, www.pixelio.de)

Die Berliner Feuerwehr geht neue Wege bei der Anwerbung von Mitarbeitern für den gehobenen Dienst. Dazu wurde gemeinsam mit der Beuth Hochschule für Technik ein neuer Bachelorstudiengang “Brandschutz und Sicherheitstechnik” ins Leben gerufen. Außerdem wurde die Feuerwehrlaufbahnverordnung angepasst.

Dort ist nun ein Passus zu finden, wonach die Befähigung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst auch durch ein einschlägiges Studium erworben werden kann. Der neue, sieben Semester umfassende Bachelorstudiengang zählt dazu. Zudem wurde eine Experimentierklausel in die Verordnung über die Ausbildung und die Prüfung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst aufgenommen. Diese gilt laut Informationen aus der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport unbefristet, soll allerdings evaluiert werden.

Früher erhebliche Probleme

Ziel des neuen Zugangsweges zur Berliner Feuerwehr, der die Bezeichnung “112 Dual” trägt, ist die verstärkte Anwerbung von Feuerwehrleuten für den gehobenen Dienst. Hier hatte es in der Vergangenheit Probleme gegeben. Denn Angeworbene, die zum Beispiel bereits ein Ingenieursstudium absolviert hatten, mussten zunächst einen zweijährigen Vorbereitungsdienst zu Anwärterbezügen absolvieren. Dies galt oft als unattraktiv. Zumal, wenn die Interessierten bereits Familie hatten.

Bundesweit einmaliger Doppelstatus

Die Studierenden, die nun “112 Dual” absolvieren, besitzen hingegen einen Doppelstatus. Sie sind zum einen reguläre Studenten der Beuth Hochschule, die künftig möglicherweise ihren Namen ändern muss. Zum anderen sind die 20 Studenten, deren Plätze die Berliner Feuerwehr besetzt, als Brandoberinspektoranwärter bei der Behörde angestellt.

Sie befinden sich in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Dieses endet, sofern eine Prüfung oder ein Studienmodul endgültig nicht bestanden wurde. Der Doppelstatus ist laut Senatsverwaltung deutschlandweit bisher einzigartig. Auch habe es für den neuen Zugangsweg keine aus anderen Bundesländern bekannte Blaupause gegeben.

Während der Regelstudienzeit von sieben Semestern müssen 210 Leistungspunkte erzielt werden. Dabei ist der Studiengang, der fortlaufend angepasst wird und zu dem die ersten Rückmeldungen sehr positiv sind, anfangs eher generalistisch strukturiert. Eine Spezialisierung findet erst in einem höheren Semester statt. In der vorlesungsfreien Zeit werden die dual Studierenden an der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie (BFRA) auf den Feuerwehrdienst vorbereitet. Dort absolvieren sie die feuerwehrtechnische Grundausbildung.

Neben den 20 Plätzen, die durch die Berliner Feuerwehr belegt werden, absolviert die gleiche Zahl an Studierenden den Studiengang ohne die Laufbahnausbildung. Er soll nun jährlich, immer zum Wintersemester, angeboten werden. Die Studieninhalte werden ihren Fokus auf die Vermittlung naturwissenschaftlich-technischer Grundlagen sowie die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr richten. Didaktik, Kommunikation, Projektarbeit und Personalführung stellen weitere Kernbereiche dar.

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