Hessische Universitäten bieten Radverkehr im Masterstudium an

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Fahrrad auf dem Vormarsch: Derzeit zeigen sich viele Städte angesichts des erhöhten Fahrradaufkommens überfordert. (Foto: hpgruesen, pixabay.com)

Das Fahrrad zählt zu den großen Gewinnern der ökologischen Wende. Laut Fahrrad-Monitor 2019 setzen derzeit 44 Prozent der Deutschen auf Pedal- statt auf die Kraft von Verbrennungsmotoren. Tendenz steigend. Dabei sind die infrastrukturellen Voraussetzungen in vielen Städten der Republik schon jetzt ausbaufähig. Es fehlt an gekennzeichneten Radwegen und Stellplätzen. Mit wissenschaftlicher Unterstützung soll sich das nun ändern. So auch in Hessen, wo drei Universitäten Radverkehr nun als Studienfach anbieten.

Als Teil des “Nationalen Radverkehrsplans 2020” will das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unter Ägide von Minister Andreas Scheuer Radfahren in den Stand eines Universitätsfaches erheben. Mit einem Fördervolumen von 8,3 Millionen Euro sollen bundesweit Stiftungsprofessuren geschaffen werden, an denen die Voraussetzungen für fahrradfreundliche Verkehrsbedingungen erforscht werden sollen. Die entsprechenden Verfahren zur Einrichtung der Lehrstühle sollen noch in diesem Jahr anlaufen, heißt es hierzu aus dem BMVI. Von insgesamt 33 Interessenten konnten sich letzten Endes sieben Universitäten durchsetzen, drei von ihnen stammen aus Hessen. Ausgezeichnet wurden neben der Universität Kassel die Hochschule RheinMain und die Frankfurt University of Applied Sciences, die im Bewerbungsprozess durch jeweils unterschiedliche Konzeptschwerpunkte überzeugen konnten. Über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren winken ihnen nun Fördergelder des Bundes. Nach Ablauf der Frist erfolgt die Folgefinanzierung in Eigenregie.

Ideale Ergänzung des Hochschulstandortes

Die neu einzurichtenden Lehrstühle seien eine ideale Ergänzung zur hochkarätigen Forschung, die schon jetzt an hessischen Hochschulen betrieben würde, erklärt Wirtschaftsministerin Angela Dorn. “Bereits heute forschen unsere Hochschulen auf hohem Niveau zu Zukunftsthemen wie nachhaltige Mobilität, Umwelt- und Klimaschutz sowie CO2-neutrale Produktion. Die drei Rad-Professuren ergänzen diese Arbeit und treiben den Forschergeist und die Anwendungskompetenz der Hochschulen weiter voran”, so die Ministerin. Fest stehe, dass eine ökologische Wende ohne wissenschaftlichen Beitrag nicht möglich sei. Dass indes gleich drei Universitäten ausgezeichnet wurden, unterstreiche die Führungsposition des Hochschulstandortes Hessen in Fragen der Klima- und Mobilitätsforschung. Weitere Stiftungsprofessuren gehen an die Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel, an die Technische Hochschule Wildau, an die Hochschule Technik und Wirtschaft Karlsruhe sowie an die Bergische Universität Wuppertal.

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