“Keine Kür, sondern schiere Notwendigkeit”

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„Wir müssen dafür sorgen, dass digitale Produkte umweltfreundlich gestaltet werden", fordert die Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, auf dem gemeinsam vom BMJV und dem Digitalverband Bitkom veranstalteten Kongress anlässlich des Safer Internet Days. (Foto: BMJV)

Lange Zeit nicht miteinander in Verbindung gebracht, rücken Digitalisierung und Nachhaltigkeit im politischen Diskurs immer näher zusammen. Man müsse künftig dafür sorgen, dass die Umweltfreundlichkeit eines Produkts auch zu einem Kaufkriterium würde, erklärte jüngst noch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht im Rahmen des “Safer Internet Days”. Andererseits dürften Verteuerungen nicht dazu führen, dass Green-IT zum Privileg einiger weniger würde.

Nachhaltigkeit sei mehr als nur Klimaschutz, betont die Justizministerin in ihrer Keynote zum Auftakt eines gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom anlässlich des Safer Internet Days veranstalteten Kongresses. Letztlich berühre die Frage der Nachhaltigkeit alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens und sei darum auch nicht leicht zu fassen. Orientierungshilfe leiste immerhin die Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen, deren insgesamt 17 Ziele nichts als “politische Kür, sondern als schiere Notwendigkeit” begriffen werden müssten. Dabei dürfe man aber nicht aus den Augen verlieren, dass eine nachhaltige Entwicklung nur dann erfolgreich sein könne, wenn auf dem Weg dorthin alle mitgenommen würden. 

Forschungsaktivitäten verstärken

Eine effektive Strategie müsse darum doppelseitig fahren, erklärt Lambrecht. Zum einen gelte es, durch digitale Lösungen das Klima zu schonen, beispielsweise durch die Ausweitung der EU-Ökodesignrichtlinie, zum anderen dürfe die qualitative Aufwertung smarter Produkte nicht dazu führen, dass der soziale Zusammenhalt gefährdet würde. Green-IT dürfe nicht zum Privileg der Betuchten werden, mahnt die Ministerin. Um die Potenziale digitaler Innovationen im Sinne der Nachhaltigkeit auszuloten und trotzdem erschwinglich zu halten, müsse das derzeitige Engagement in der Forschung verstärkt werden, fügt Lambrecht an. In welche Richtung das gehen könne, sehe man bei Wissenschaftlichen Bereit der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), der bereits eine Art Nachhaltigkeitscharta für das digitale Zeitalter ausgearbeitet habe.

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