Oberleitungs-Lkw für mehr Klimaschutz im Straßengüterverkehr

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Was es in den Städten schon lange für den ÖPNV gibt könnte auch für den Lkw-Güterverkehr flächendeckend zum Einsatz kommen: ein Oberleitungsnetz. (Foto: betexion, pixabay.com)

Laut Klimapaket der Bundesregierung soll bis 2030 rund ein Drittel des Güterverkehrs elektrisch oder auf Basis strombasierter Kraftstoffe erfolgen. Dabei könnten Oberleitungs-Lkw eine wichtige Rolle als effiziente Stromnutzer spielen, wie eine gemeinsame Studie des Öko-Instituts mit mehreren anderen Forschungspartnern zeigt. So könnte allein ein Drittel des Lkw-Fernverkehrs mittels Oberleitung elektrisch erfolgen, wenn auf einem Streckennetz von rund 4.000 Kilometern ein leistungsfähiges Oberleitungsnetz aufgebaut wird.

“Bauen wir ein solches Oberleitungsnetz für Lkw auf, können die direkten Treibhausgasemissionen allein des Straßengüterfernverkehrs pro Jahr um bis zu 12 Millionen Tonnen CO2 sinken”, fasst Florian Hacker, stellvertretender Bereichsleiter Ressourcen und Mobilität beim Öko-Institut und Leiter des Projekts, zusammen. “Das entspricht mehr als einem Drittel der Emissionen des schweren Straßengüterverkehrs.” Auch wenn die Treibhausgasemissionen bei der Stromerzeugung berücksichtigt werden, könne ein Oberleitungs-Lkw im Jahr 2025 die Emissionen im Vergleich zu einem heutigen Diesel-Lkw nahezu halbieren.

“Die Politik muss den Rahmen für den Aufbau der Oberleitungsinfrastruktur schaffen und damit Planungssicherheit für die Marktakteure geben”, fordert Hacker. “Unsere Analysen identifizieren die Einführung einer CO2-basierten Mautkomponente als wirksamstes Instrument, um eine hohe elektrische Fahrleistung im Straßengüterverkehr zu erreichen. Nur wenn die Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen klar sind, kann ein Umstieg auf klimaschonende Technologien im Güterverkehr gelingen.”

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