Cyber-Angriffe auf Satelliten könnten verheerende Folgen haben

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Preiswert aber unsicher? Sogenannte CubeSats könnten bald massenweise in die Erdumlaufbahn geschickt werden. (Foto: Erik Kulu, CC0 1.0)

Hacker könnten Kontrollstationen auf der Erde als Einstiegspunkt nutzen, um Satelliten zu steuern oder Datenströme zu manipulieren. Das könnte auch Auswirkungen auf andere Satellitensysteme oder Raumstationen haben.

Für kommerzielle Satelliten fehle es bisher noch an Regularien zur Informationssicherheit, warnt der Politikwissenschaftler William Akoto. Konzerne wie SpaceX oder Google planen, Flotten kleiner Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen zu bringen. Damit sollen Regionen mit Breitband-Internet versorgt werden und für wissenschaftliche, militärische oder zu Zwecken des Zivil- und Katastrophenschutzes eine detailreichere Beobachtung und Vermessung der Erde möglich werden. Das Problem laut Akoto: Die großen Flotten würden oft aus kleinen, preisgünstigen CubeSats bestehen. Die Einzelteile seien frei verfügbar und könnten von kriminellen oder staatlichen Hackern leicht auf Sicherheitslücken abgeklopft werden.

Angreifer könnten sich dann Zugriff auf die Steuerungssysteme verschaffen und die Satelliten so umlenken, dass sie mit anderen oder mit der Internationalen Raumstation ISS kollidieren, warnt der Forscher. Möglich sei auch, über die Systeme laufende Dienste abzuschalten, sodass die Internetverbindung oder die Versorgung mit Ortungs- oder Wetterdaten zusammenbricht.

Rechtlicher Rahmen gefordert

Hackergruppen aus Iran und China haben IT-Sicherheitsexperten zufolge schon Pläne für Angriffe in der Schublade. Akoto fordert deshalb einen rechtlichen Rahmen, der Hersteller und Betreiber zu einer soliden IT-Sicherheitsarchitektur für Satelliten verpflichtet.

Cyber-Angriffe auf Satellitensysteme hat es in der Vergangenheit bereits gegeben. So hatte es den Forschungssatelliten Rosat 2011 getroffen. Hacker hatten dessen Solarpanel direkt auf die Sonne gerichtet. Durch die folgende Überhitzung der Batterien war das System nicht mehr zu retten gewesen und wurde beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zerstört.

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