Der Kinderzuschlag wird digital

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Das neue Digitalangebot KiZDigital wurde Anfang der Woche von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Karsten Bunk, Leiter der Familienkasse der BA, vorgestellt. (Foto: BS/BMFSFJ)

Um Familien mit geringem Einkommen bei der Beantragung von Zusatzleistungen zu entlasten, haben das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) eine digitale Variante entwickelt, die nun vorgestellt wurde. Mit dem sogenannten “Kinderzuschlag Digital” (kurz: KiZDigital) soll der Zugang zu dieser Leistung schneller und unbürokratischer abgewickelt werden können.

Mit der Freischaltung von Kinderzuschlag Digital, das Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey gemeinsam mit dem Leiter der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, Karsten Bunk, in Berlin vorgestellt hat, ist nun der Zugang zum Kinderzuschlag deutlich einfacher geworden. Ein Online-Antragsassistent soll mit zahlreichen Komfortfunktionen den Gang zur Behörde ersparen und gleichzeitig komplizierte Papierformulare vermeiden. So sollen die Eltern bei der Antragstellung aktiv unterstützt werden, so Giffey: “Durch den Kinderzuschlag erhalten die Familien, die trotz ihrer Berufstätigkeit aufgrund geringer Einkommen das höchste Armutsrisiko tragen, die nötige zusätzliche Unterstützung. Durch digitale Angebote wie dem Familienportal, dem Infotool Familie, ElterngeldDigital und nun auch dem Kinderzuschlag Digital senken wir Hürden und machen Leistungen einfacher zugänglich. Wir wollen, dass alle, die einen Anspruch haben, ihr Recht auch wahrnehmen können, damit Familien aus der verdeckten Armut rauskommen.”

Bereits seit Mitte Januar ist die zum neuen Angebot gehörende Webseite www.kinderzuschlag.de online erreichbar. Dort können Eltern mit wenigen Schritten ermitteln, ob die grundlegenden Voraussetzungen für den KiZ erfüllt werden. Ist dies der Fall, werden die Eltern im Online-Antragsverfahren selbst dann Schritt für Schritt durch den Antrag geführt. Infoboxen bieten bei Bedarf hilfreiche Erklärungen zu den notwendigen Angaben und Nachweisen. Durch die Angabe von Kontonummer oder Kindergeldnummer werden Antragstellende als Bestandskunden identifiziert und die weitere Antragstellung erleichtert. Ein intelligenter Antragsassistent ergänzt zudem die Namen von Kindern, um die Übersichtlichkeit zu verbessern und Fehler zu vermeiden, und erkennt gleichzeitig nicht plausible Angaben und fordert proaktiv zur Korrektur auf. So wird die Antragstellung einfacher und frustrierende Nachfragen vermieden.

Viele Nutzer von Anfang an

Dass der Kinderzuschlag Digital bei seiner Zielgruppe gut ankommt, zeigen die Erfahrungen aus den ersten Wochen seit der stillen Freischaltung, dem sogenannten “Silent-Go-Life”. Bereits in dieser Phase wurden rund 140.000 Anträge gestellt und 520.000 Nachweise hochgeladen, um die Leistung nutzen zu können. “Die große Resonanz auf unsere Angebote macht deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Viele Menschen haben Anspruch auf den Kinderzuschlag, aber wissen es nicht. Nur 30 Prozent der Anspruchsberechtigten rufen diese Leistung überhaupt ab. Deshalb haben wir den KiZDigital geschaffen: damit mehr Menschen einfach und schnell zu ihrem Recht kommen” sagte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey bei der Vorstellung des KiZDigital. Gemeinsam mit dem digitalen Kinderzuschlag stellte Giffey auch das neu eingerichtete Innovationsbüro des Bundesfamilienministeriums vor. Dieses besteht bereits seit Anfang 2019 und begleitet das BMFSFJ bei der Entwicklung und Skalierung innovativer digitaler Angebote. “Mit dem Innovationsbüro unterstützen wir das BMFSFJ auf dem Weg hin zu einem Digitalen Gesellschaftsministerium – strategisch und praktisch. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, organisierter Zivilgesellschaft und Bundesministerium entwickeln wir konkrete Innovationen mit erfahrbarem Mehrwehrt”, betonte Philipp Otto, Leiter des i.Rights.Lab, Dienstleister des Innovationsbüros.

Der Kinderzuschlag (KiZ) ist zur Unterstützung geringverdienender Familien gedacht, deren Einkommen nicht ausreicht, den Unterhalt ihrer Kinder zu sichern, und wird einkommensabhängig mit bis zu 185 Euro monatlich als zusätzliche Leistung neben dem regulären Kindergeld ausgegeben. Damit soll zum einen dabei geholfen werden, die Kinder besser zu fördern, auf der anderen Seite aber auch einer möglichen Kinderarmut entgegengesteuert werden. Mit der zweiten Stufe des Starke-Familien-Gesetzes, das zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist, haben mehr Familien Anspruch auf diese wichtige Leistung als bisher.

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