Digitale Angebote deutscher Großstädte mit viel Luft nach oben

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Obwohl es noch viel Luft nach oben gibt, ist das Internetportal der Hauptstadt auf dem ersten Platz unter den 100 größten Städten gelandet. (Grafik: BS/Stadtportal Berlin)

71,6 von möglichen 100 Punkten reichen Berlin für den Spitzenplatz im Ranking der Internetauftritte deutscher Großstädte. Das ist das Fazit einer neuen Studie, die das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland durchgeführt hat. Dabei wurden die Internetauftritte der 100 einwohnergrößten Städte in Deutschland detailliert geprüft und insgesamt sieben Themenbereiche unter die Lupe genommen, die in kommunalen Zuständigkeiten liegen und die üblicherweise eine Kommunikation zwischen staatlichen Einrichtungen und Bürgern bzw. Unternehmen erfordern.

Die sieben Themenbereiche Bürger- und Unternehmerservice, Bauen, Wohnen, Mobilität & Verkehr, Familie & Freizeit sowie Responsivität der Online-Dienstleistungen umfassen dabei insgesamt 30 Variablen, die mittels 125 Indikatoren gemessen werden. Hinter der Hauptstadt reihen sich Schwerin und Augsburg auf dem Treppchen ein. München und Worms komplettieren die Top Fünf.

Für den Präsidenten von Haus & Grund, Kai Warnecke, gibt es angesichts der niedrigen Spitzenleistungen allerdings noch eine ganze Menge Luft nach oben: “Viele Kommunen haben bei der Digitalisierung ihres Dienstleistungs- und Informationsangebots bereits viel erreicht. Insgesamt ist das Niveau aber nicht zufriedenstellend.” Dabei müsse allerdings auch nicht jede Kommune das Rad immer wieder neu erfinden. Stattdessen sollten die Städte optimalerweise so viel wie möglich mit anderen Kommunen kooperieren: “Eine Meldebescheinigung ist eine Meldebescheinigung und ein Personalausweis ist in Köln der gleiche wie in Augsburg. Die digitalen Wege dorthin müssen die Städte nicht einzeln finden, sondern sollten zusammenarbeiten – auch um kein Steuergeld zu verschwenden”, so Warnecke. Er betonte zudem, dass viele Kommunen bei der Planung ihrer Internetangebote viel zu wenig die Bürgersicht einnähmen. “Viele Angebote sind nur schwer auffindbar und zu zerstückelt, sodass sich Nutzer nicht zurechtfinden”, so Warnecke abschließend.

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