Neue Studie zum KI-Einsatz im Öffentlichen Dienst

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Handreichung in Sicht: Die Studie plädiert für den Einsatz intelligenter Technologien unter ethisch vertretbaren und grundrechtskonformen Bedingungen. (Foto: geralt/pixabay.com)

Trotz klar zutage liegender Potenziale trifft der Gedanke an den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im Öffentlichen Dienst auf gemischte Gefühle. Angst vor Personalabbau paart sich hier mit der Befürchtung einer nur mechanisch agierenden Verwaltung. Welche Effekte die Einführung von KI bereithalten könnte, hat nun eine Studie des The Open Government Institutes (TOGI) der Zeppelin Universität und des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) erforscht.

Inzwischen ist der Einsatz intelligenter Systeme im Öffentlichen Dienst keine ferne Zukunftsvision mehr. Längst sind Technologien wie Chatbots oder Sprachassistenzen im Alltag einiger kommunaler Verwaltungen angekommen. Zumindest in Form von Pilotprojekten. Trotzdem halten sich manche Vorbehalte gegenüber Künstlicher Intelligenz beharrlich. Ein Grund, weshalb Beamte der Vorstellung zunehmender Automatisierung skeptisch gegenüberstehen, liegt laut den Machern der Studie “Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung” darin, dass keine Klarheit über die Einsatzbreite von KI bestehe. Ziel sei es gewesen, die Perspektive aus der Verwaltung heraus als ein zentrales Element der Studie zu verankern. Über drei Workshops in Ulm, Mannheim und Stuttgart wurden Anforderungen, Potenziale und Risiken besprochen und anschließend zu Ergebnissen erhoben. Das rege Engagement der Teilnehmer habe ihn überzeugt, einen Nerv getroffen zu haben, sagt Studienautor Prof. Dr. Jörn von Lucke: “Die aktive Mitwirkung von zehn Kommunen bzw. Regionalverbänden zeigt die hohe Relevanz des Themas und die Chance, Verwaltungsprozesse von morgen grundlegend zu revolutionieren – zum Nutzen von Mitarbeitern und Bürgern.”

Die Herausforderung muss angenommen werden

Aufgrund der äußerst dynamischen Entwicklungen digitaler Leistungen wie KI falle es derzeit aber noch schwer, belastbare Prognosen über den künftigen Wandel des öffentlichen Sektors zu treffen. Zwar lägen einige konkrete Vorteile auf der Hand, insbesondere was die Bewältigung von Routineaufgaben durch KI-gesteuerte Assistenzsysteme betreffe, ansonsten ließe sich nur spekulieren. Entscheidend sei bei alldem, dass Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft die Herausforderung zeitnah gemeinsam angingen, um die Oberhoheit bei der Digitalisierung nicht an andere Akteure zu verlieren.

Die Studie liegt zum kostenfreien Download unter diesem Link bereit.

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