Nationales Register wäre hilfreich

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Ein bundesweites MANV-Register müsste heutzutage wohl moderner gestaltet sein als ein Karteikartenkasten (Foto). Solche Detailfragen sind aber erst dann relevant, wenn ein solches Verzeichnis auch tatsächlich Realität geworden ist. (Foto: BS/Tim Reckmann, www.pixelio.de)

Bei der Erfassung von Massenanfällen von Verletzten (MANV) gibt es in Deutschland noch einiges zu tun. So existieren derzeit weder ein deutschlandweites Register hierzu noch eine in allen Bundesländern gleichlautende Definition eines derartigen Ereignisses. Vielmehr legen die einzelnen Gebietskörperschaften – in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Ressourcen – die Kriterien für einen MANV eigenverantwortlich fest. Das erschwert die Vergleichbarkeit und Katalogisierung enorm.

So liege teilweise bereits bei fünf Verletzten ein MANV vor, in anderen Fällen erst bei zehn oder mehr Betroffenen, berichtet Fritjof Brüne von der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Aufgrund dieser Uneinheitlichkeit plädiert für die Einrichtung eines nationalen MANV-Registers. “Bisher muss ich noch automatisiert das Internet auswerten und Pressemitteilungen von Polizei und Feuerwehren im ganzen Bundesgebiet analysieren”, erzählt Brüne.

Außerdem seien polizeiliche Daten für ihn nur schwer nutzbar, da Leicht- und Schwerverletzte dort anders kategorisiert würden als beim Rettungsdienst. Da es zudem keine Meldepflicht der Bundesländer für MANVs gebe, müsse er die jeweiligen Gebietskörperschaften anschreiben, um mehr Informationen über online entdeckte potenzielle Massenanfälle zu erhalten.

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