Ausschreibung für das MKS 180

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So könnte das zukünftige Mehrzweckkampfschiff 180 aussehen. (Grafik: BS/BAAINBw)

Die Bundeswehr beabsichtigt, für die Marine eine neue Generation von Kriegsschiffen zu beschaffen. Für die geplante Stückzahl von vier Einheiten des völlig neu zu entwickelnden und zu bauenden “Mehrzweckkampfschiffs 180” (MKS 180) mit einer Option, zwei weitere Schiffe unter Vertrag zu nehmen, wurde 2015 ein europaweites Ausschreibungsverfahren begonnen. Nach drei Angebotsrunden ist die niederländische Schiffswerft Damen Schelde Naval Shipbuilding zum Sieger gekürt worden.

Am Ende des Vergabeverfahrens hatten nur noch Damen und die deutsche Werft German Naval Yards (GNY) mit Sitz in Rendsburg Angebote abgegeben. Als Subunternehmer von GNY ist Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) vorgesehen gewesen. Neben dem niederländischen Schiffsbauer als Generalauftragnehmer sind bei dieser Beauftragung auch die Bremer Lürssen-Gruppe unter anderem mit ihrem Hamburger Tochterunternehmen Blohm und Voss sowie die Thales Group beteiligt.

Die Auswertungsentscheidung der Vergabestelle ist allerdings noch nicht rechtswirksam und noch vorbehaltlich der parlamentarischen Billigung im Rahmen der 25-Millionen-Euro-Vorlage zu sehen, die eigentlich für dieses Frühjahr angestrebt worden ist. Da unterlegenen Bietern somit der Rechtsweg offensteht, hat GNY prompt angekündigt, davon Gebrauch machen zu wollen. “Nach gründlicher Prüfung haben wir uns entschieden, die Vergabeentscheidung zu rügen”, sagte ein Sprecher der deutschen Werft und fügte hinzu: “Wir haben erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung und werden deshalb alle juristischen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, ausschöpfen.”

Das MKS 180 soll zukünftig das gesamte Einsatz- und Aufgabenspektrum der Deutschen Marine abdecken und neue Fähigkeiten vervollständigen. Hierzu gehört die Verteidigung gegenüber Angriffen aus der Luft sowie die Seekriegsführung gegen Überwasser-, Unterwasser- und Landziele. Der Zulauf der Einheiten ist ab 2027 vorgesehen. Damit soll nicht nur das maritime Fähigkeitsspektrum der Bundeswehr vervollständigt, sondern auch ein wesentlicher Fähigkeitsaufwuchs für die deutschen Auslandseinsätze im Rahmen der NATO und der EU geliefert werden.

Kern des MKS 180 ist dessen modularer Aufbau mit sogenannten “Flex-Decks”. Je nach benötigter Fähigkeit können zusätzlich Bordeinsatzkomponenten (zum Beispiel Bordhubschrauber) oder spezielle Missionsmodule eingerüstet werden. Die Bundeswehr bezeichnet diesen neuartigen Schiffstyp deshalb als “Allzweckwaffe” und als “Allrounder”. Die geplanten Baukosten belaufen sich auf zunächst rund 4,4 Milliarden Euro netto. Insgesamt ist für diese vier Einheiten (inkl. “Steinschiff” an Land für die Ausbildung) eine rund zehnjährige externe Baubegleitung mit einem Volumen von knapp sechs Milliarden Euro im Haushalt eingeplant.

Die Planer der Marine kalkulieren für das MKS 180 eine Länge von zurzeit ca. 163 Metern bei einer Wasserverdrängung von bis zu 9.000 Tonnen. Zum Vergleich: Die Fregatten der neuesten “Baden-Württemberg”-Klasse, die seit 2011 gebaut werden, sind gut zehn Meter kürzer und fast 2.000 Tonnen leichter. Das MKS 180 soll eine Besatzungsstärke von bis zu 180 betragen.

Mehr Informationen unter www.baainbw.de

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