Kinderschutzallianz bereits mit über 60 Mitgliedern

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Die Kinderschutzallianz erfreut sich großer Resonanz. Sie kann schon mehr als 60 Mitglieder verzeichnen. (Logo: BS/Kinderschutzallianz)

Sie hat sich erst kürzlich der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Aber schon jetzt zählt die Kinderschutzallianz mehr als 60 Mitglieder. Dazu gehören sowohl Behörden und Organisationen als auch Unternehmen. Sie alle eint eine hehre Absicht.

“Kinder sollen auch in der gerade begonnenen Dekade sowohl in der analogen als auch in der digitalen Welt nicht Opfer sexualisierter Gewalt werden”, sagt der Leiter der Geschäftsstelle der Kinderschutzallianz, Thorsten Nowak. Um das zu erreichen, verfolgt er einen ganzheitlichen Ansatz.

Zum einen geht es Nowak um eine umfassende Prävention. Dabei stehen nicht nur die Kinder selbst im Fokus, sondern auch deren Eltern, Erzieher und Pädagogen. “Außerdem setzen wir uns für Täterprävention ein. Wir wollen verhindern, dass jemand, der in seiner eigenen Kindheit selbst Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen gemacht hat, zum Täter wird”, erläutert er. Zum anderen solle im Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs die Strafverfolgung vereinfacht und verbessert werden. “Uns geht es darum, bürokratische Hürden abzubauen und Denkmuster zu verändern”, erklärt Nowak. Außerdem wolle man den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Behörden verbessern und hier einen Kulturwandel erreichen. “Zudem möchten wir den Ermittlern wirksame technische Unterstützung anbieten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiter verbessern helfen”, so der Geschäftsstellenleiter. Und noch etwas ist ihm wichtig: eine möglichst schnelle Opferhilfe durch smarte Lösungen. “Denn nur so gelingt es, betroffene Kinder rasch aus ihren Familien zu holen und ihnen eine wirksame Therapie zuteilwerden zu lassen”, findet Nowak.

Bereits verschiedene Projekte gestartet

Die Kinderschutzallianz, der inzwischen unter anderem die Gewerkschaft der Polizei (GdP), das Land Niedersachsen, IT.Niedersachsen, die International Police Association (IPA), die “Initiative D21” sowie der Behörden Spiegel beigetreten sind, hat bereits mehrere Projekte aufgelegt. Dazu gehören etwa die “Kinderschutzinseln”. Daran können Geschäfte teilnehmen, in deren Räumlichkeiten Kinder sich vor sexuellen Übergriffen retten und schützen können.

Bei “KinderOnlineSchützen” handelt es sich um eine Smartphone-Applikation. Dabei wird zwischen den Eltern und dem Kind eine Art digitaler Vertrag zum Umgang mit deren Nutzung digitaler Medien geschlossen. Die Anwendung überprüft den Datenverkehr auf dem Mobiltelefon des Kindes mit Blick auf die Einhaltung dieses Vertrages und warnt etwa vor der Weitergabe der Privatadresse. Dazu meint Nowak: “Dieses plattformübergreifende System ist ein positiver Ratgeber für die Kinder und für den Bereich der sexuellen Selbstbestimmung kostenfrei nutzbar.” Nächstes Ziel der Allianzpartner, bei denen es sich laut Nowak um eine “Koalition der Willigen” handelt, ist die Gründung einer Kinderschutzstiftung. Sie soll parallel zur Allianz existieren und noch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegründet werden. Vorgesehen ist keine Landesstiftung, sondern eine privatrechtliche, als gemeinnützig anerkannte Verbrauchsstiftung. Außerdem soll die internationale Vernetzung des Zusammenschlusses intensiviert und die bereits vorhandenen Ansprechpartner im Ausland um weitere Länder ausgebaut werden. Darüber hinaus sind zusätzliche Kinderschutzallianzvertretungen vorgesehen.

Weitere Informationen hier.

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