Neuer Betreibervertrag für das GÜZ

0
1099
Panzergrenadiere der Bundeswehr üben in “Schnöggersburg”, das Teil des Gefechtsübungszentrums des Heeres ist. (Foto: BS/Bundeswehr, Mechelke)

Das BAAINBw hat den schwedischen Konzern Saab Ende November des vergangenen Jahres mit der Unterstützung des Betriebs des Gefechtsübungszentrums Heer (GefÜbZH bzw. GÜZ) beauftragt. Gegen den Zuschlag an Saab hatte der bisherige Betreiber Rheinmetall Beschwerde eingelegt, die das Vergabeverfahren bis jetzt verzögert haben. Wegen dieser Verzögerungen hatte die Bundeswehr den laufenden Vertrag zweimal, zuletzt bis Ende Januar dieses Jahres, verlängert.

Rund 120 Millionen Euro sind für den Betrieb des GÜZ von diesem Jahr an bis 2026 bereitgestellt. Die Leistungen umfassen die Verwaltung und Instandhaltung des gesamten Ausbildungsgeräts im Bereich “Live”-Simulation, der Kommunikationsinfrastruktur und der Übungsleitungszentrale. Außerdem soll Saab weitere logistische Dienstleistungen zur Verfügung stellen, wie bspw. die Wartung von Fahrzeugen und Funkgeräten, die Lagerung und Handhabung von Waffen und Munition sowie die Beförderung von Militärangehörigen. Für die Erbringung all dieser Leistungen hat Saab sich mit der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) zusammengeschlossen.

Das GÜZ ist die Ausbildungseinrichtung des Heeres und befindet sich in der Colbitz-Letzlinger Heide im Norden von Sachsen-Anhalt auf dem Truppenübungsplatz Altmark. Dieser zählt zu den großen Übungsplätzen in der Republik. Er steht mit einer Ausdehnung von 232 Quadratkilometern nach Bergen (Niedersachsen) und Grafenwöhr (Bayern) an dritter Stelle in Deutschland.

Das Gefechtsübungszentrum hat seinen festen Platz in der Truppenausbildung vornehmlich der Landstreitkräfte für die Ausbildung in der Landes- und Bündnisverteidigung sowie für Einsätze in der internationalen Krisenbewältigung. Bei dieser Einrichtung sind rund 250 Zivilangestellte und mehr als 600 Soldaten beschäftigt. Damit ist das GÜZ der größte Arbeitgeber in der ländlich geprägten Altmark. Es ist im festen Verbund zu sehen mit dem künftigen Übungsplatz-Cluster Bergen-Munster sowie mit dem Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit in Celle.

Den Truppenübungsplatz Altmark übernahm die Bundeswehr 1994 von den russischen Streitkräften. Im Frühjahr 1996 erhielt STN Atlas Elektronik als Konsortialführer zusammen mit DASA/Dornier und Diehl von der Bundeswehr den Auftrag für die “Systemarbeiten Bauphase”, woraus die GÜZ System-/Management GmbH hervorging. 1997 erfolgte eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an der STN Atlas Elektronik GmbH durch die Rheinmetall Defence Electronics GmbH (RDE) aus Bremen. Im Januar 2001 nahm das GÜZ schließlich seinen Betrieb auf.

Nach der Endabnahme durch den Bund im Januar 2003 wurde der Betrieb des GÜZ allerdings neu ausgeschrieben. Diesmal unterlag STN Atlas Elektronik bzw. Rheinmetall Defence Electronics. Zwischen 2004 und 2008 kamen somit Saab und die FFG erstmalig zum Zuge. Der Betreibervertrag wurde dann im Mai 2008 wieder mit dem Rheinmetall-Tochterunternehmen Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark GmbH (RDA) geschlossen. Dieser Vertrag brachte dem Unternehmen jährlich rund 20 Millionen Euro. 2014 erfolgte eine Verlängerung mit einer Laufzeit bis Ende August 2018.

Mehr Informationen unter www.baainbw.de

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here