Homeoffice: Öffentlicher Dienst hinkt hinterher

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Staatliche Dokumente können nicht bei Microsoft oder Apple "abgelegt" werden. dbb Bundesvorsitzender Silberbach fordert deshalb die Einrichtung einer staatlichen Cloud. (Foto: roma1880, pixabay.com)

“Der Öffentliche Dienst hinkt der Privatwirtschaft beim Thema Homeoffice deutlich hinterher”, erklärte dbb-Bundesvorsitzender Ulrich Silberbach heute mit Blick auf die derzeitige Arbeitssituation inmitten der “Corona-Krise”.

Die Gründe dafür sind für ihn teilweise “unvermeidlich”, etwa wenn es um besondere Datenschutzerfordernisse geht, “ärgerlich” seien jedoch die selbstverschuldeten Hindernisse, so der dbb-Bundesvorsitzende gegenüber Focus Online. Die technische Ausstattung und IT-Architektur in Bürgerämtern, Schulen, Finanz-, Kommunal- oder Polizeibehörden sei oft furchtbar veraltet. Da könnten die Beschäftigten digitales und mobiles Arbeiten an vielen Arbeitsplätzen schlicht nicht umsetzen, so Silberbach.

Flächendeckende Digitalisierung in Angriff nehmen

Die Pandemie mit den vorhandenen Mitteln zu managen habe gerade absoluten Vorrang. Es gehe jetzt darum, das, was an Personal und Technik vorhanden sei, möglichst effizient einzusetzen. Darüber hinaus könne die aktuelle Krise notwendige Veränderungsprozesse aber auch beschleunigen. Silberbach forderte die Politik auf einzusehen, dass Ressourcen, die sie jetzt einsetzt, um eine flächendeckende Digitalisierung wirklich in Angriff zu nehmen, sowohl für die zukünftige Krisenprävention als auch für die generelle Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen “gewinnbringend” angelegt seien.

Eine Cloud für Bund, Ländern und Kommunen

Ein zentrales Thema ist für Silberbach die Einrichtung einer eigenen staatlichen Cloud für Bund, Ländern oder Gemeinden. Ohne eine solche Cloud, gebe es auch kein flächendeckend mobiles Arbeiten im Öffentlichen Dienst. Staatliche Dokumente, darunter auch geheime Unterlagen, könnten natürlich nicht bei Microsoft oder Apple “abgelegt” werden. Gerade deshalb brauche der Staat eine eigene Speicherlösung, sonst falle der Öffentliche Dienst bei der Digitalisierung nur noch weiter zurück, so der dbb-Chef.

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